Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 214)
- Language
- German
- Belongs to
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211 Amsterdam, wo er 1680 and 1681 sich aufgehalten hatte.1) Er kehrte von da nach Heidelberg zurück und erhielt auf sein Ansuchen am 18. Dezember 1686 vom Senat der dortigen Universität die Erlaubnis, orientalische Sprachen »in specie aber die linguam Arabicam privatim zu dociren.2)״ Nach der Zerstörung Heidelbergs (1693) begab er sich mit der Kurpfälz. Regierung nach Frankfurt und bekleidete bei derselben das Amt eines Registrators. 1699 begann er mit kurfürstl. Erlaubnis die Drucklegung seines Buches und erbat sich zu diesem Zwecke vom Kurfürsten einen sechsmonatlichen Urlaub, um die Korrektur an Ort und Stelle besorgen zu können. Der Kurfürst erteilte den Urlaub und ernannte auch Eisenmenger auf seine am 12. Juli 17003) ergangene Bitte zum ordentlichen Professor der orientalischen Sprachen.4) Am gleichen Tage aber, wo E. an seinen Gönner, den Kurfürsten Johann Wilhelm, schrieb und sich am Ziele seiner längst gehegten judenfeindlichen Pläne wähnte, schrieb der Verteidiger Israels ein Gesuch an den Kaiser, die Ausgabe des Buches verbieten zu lassen. Die Intervention des berühmten Samson Wertheimer in Wien und dessen an Kaiser Leopold gerichtete Bittschrift, um die schon nahezu beendigte Drucklegung ג) Vgl. Beilage II. Näheres über seinen Lebensgang bei Schn dt jüd. Merkwürdigkeiten I, 435 ff. 2) Winkelmann, Urkunden und Regesten der Universität Heidelberg II No. 1819. 3) Das von Schudt S. 437 angeführte Datum (18, Juni) ist demnach unrichtig. 4) Wie Eisenmenger selbst bemerkt (s. Beil. II) war dieses ein ״blosser Titel“, damit sein Buch ״desto mehr consideriret werden möge“, weil seine Stellung als Kanzleibeamter ״mit den orientalischen Sprachen keine Gemeinschaft hat.“ Thatsächlich unterschreibt er sich in seinen Briefen auch nach dieser Ernennung lediglich als ״Professor der hebreisch Sprach“ und wird auch vom Kurfürsten und seinen Regierungsbeamten als solcher bezeichnet. Diese Wahrnehmung unterstützt die von Schudt (S. 431) mitgetheilte Ansicht, dass es mit seinem allgemeinen Wissen nicht sonderlich gut bestellt war.