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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 210

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 210 (sequence 213)
Language
German
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210 unterrichtet. Die folgenden Mitteilungen bezwecken eine Ergänzung dieser Darstellung und zugleich einen Einblick in die Vorgänge, wie sie in Heidelberg, dem eigentlichen Schauplatz der Wirksamkeit Eisenmenger’s, sich abspielten und sind den Akten des Grossh. Generallandesarchivs in Karlsruhe entnommen1). Das Verhalten der pfälzischen Kurfürsten gegen die Juden war sehr verschieden, im Allgemeinen aber kaum wohlwollend zu nennen2). Eine rühmliche Ausnahme machte Ruprecht I., der Stifter der Universität Heidelberg, welcher bekanntlich den in der grossen Verfolgung des Jahres 1349 vertriebenen Juden Aufnahme und Schutz gewährte. Wenn auch diese Toleranz mit klingender Münze bezahlt werden musste, so berührt sie um so wohlthuender, als die Juden unter Ruprecht II., dem unmittelbaren Nachfolger, wieder von Haus und Hof verjagt wurden (1390). Ueber die Behandlung der Juden während der Regierung von Friedrich II. und Otto Heinrich ist wenig bekannt; dagegen wurde denselben unter deren Nachfolgern Friedrich dem Frommen und Ludwig VI. Aufnahme und Wohnrecht versagt. Besser wurde es unter Friedrich V. und seinem menschenfreundlichen Sohn und Nachfolger Karl Ludwig. Endlich wurde ihnen 1698 durch den Kurfürsten Johann Wilhelm ein Schutzbrief auf 12 Jahre erteilt. In die Zeit seiner Regierung fällt die Entstehung des Buches ״das entdeckte Judentum/‘ Eisenmenger legte den Grund zu seinem Buche in *) Die Benutzung derselben wurde mir durch das freundlichste Entgegenkommen der Archivbeamten und besonders des Archivdirektors Dr. v. Weech in liberalster Weise ermöglicht, wofür auch an dieser Stelle verbindlichster Dank ausgesprochen wird. 2) Vgl. Mays und Christ, Neues Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg I, 92 ff. Ausführliches gedenke ich in einer Monografie über die Geschichte der Juden in der Kurpfalz zu veröffentlichen, deren Bearbeitung mich schon seit mehreren Jahren beschäftigt.

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