Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 206)
- Language
- German
- Belongs to
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203 Werke und beschränkte die Zahl der Piutim, die ihm zuertheilt werden können, auf sechs1). — Im Kerem chemed III, S. 202 findet sich ein Hinweis auf einen Piut, der im Machsor Vitry stehen und dem Jos. Q. angehören soll; es heisst daselbst: אח״כדיני חתונה ופיוטים ואחד מהם מר יוסף קמחי; vielleicht ist damit derselbe Piut gemeint, den Landshuth unter No. 10 seines Verzeichnisses aufgeführt hat, der mit den Worten beginnt: 2יחיד וזולתו עזרי מאין). Zu den poetischen Erzeugnissen Jos. Qimchis gehört auch seine metrische Uebertragung des מבחר פנינים des Sal. Jbn Gabirol. Er nannte diese Uebersetzung, die vielfach auch die eigenen Anschauungen Jos. Qimchis über das behandelte Thema bringt, שקל הקדש (nach Ex. 30,13). Von diesem Werke befindet sich ein Msc. in der Bodlejana (Poe. No. 74, früher in der Oppenheimerschen Bibliothek zu Hamburg No. 4); dieser Codex wurde, da der Vorname des Verfassers darin fehlte, lange Zeit dem Isaac Q. irrthümlicherweise zugeschrieben3). Ein anderer Cod. aber (Bodlej. Poe. No. 50 quart. 31 Blätter) zeigt deutlich den Namen des Autors auf dem Titelblatt: זה הספר להבין משל ומליצה אני יוסף בן ר׳ יצחק המכונה קמחי שקלתיהו בשקל לשון הקדש ועל כן קראתי שקל הקדש וחביתי המשלים והמוסרים הדומים זה לזה בשער הראוי להם והם שנים ועשרים שערים כחשבון האותיות של תורה. Von den 22 Abschnitten behandelt der erte die Weisheit, der zweite die Bescheidenheit u. s. w. — Merkwürdig ist, dass Jos. Q. in der Vorrede des ש׳ הקדש den Sal. Ibn ג) S. Literaturgeschichte der synagogalen Poesie, Berlin 1865, S. 460, wo er fünf Piutim aufführt; in. Nachtrag zur Literaturgesch., Berlin 1867 fügt er noch einen sechsten für Purim hinzu; hiernach ist Prankl in Ersch und Grub er zu verbessern, dem der Nachtrag von Zunz jedenfalls entgangen ist. 2) Vgl. Sachs, die rel. Poesie des Mittelalters S. 292. — Dukes, Mose ben Esra S. 18. — Ueber die Piutimliteratur überh. vgl. noch Zunz, Zeitung des Judenthums 1889, S. 678 ff. 3) Nicht der Vater Josephs, sondern ein Späterer; vgl. Frankl, die Familie Kimchi etc. in Frankel-Grätz’ Mtschr. 1884, S. 552 ff.