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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 182

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 182 (sequence 185)
Language
German
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— 182 — lässt er es bei der Grundangabe der einzelnen Gesetze nicht fehlen83). IX. Derech hakabbala oder die kabbalistische Schriftauslegung. Wie die Philosophie oder besser die philosophische Schriftauslegung des jüdischen Mittelalters, so will auch die kabbalistische Auslegungsweise den Hintergrund der Schriftworte erforschen, ihren tiefer liegenden Sinn an’s Tageslicht bringen. Beide betrachteten das Schriftwort nur als äussere Hülle, hinter welcher der wahre Gedankengehalt verborgen liegt. Um diesen fassen zu können und klar zu legen, greifen beide Richtungen zu dem gefährlichen, dem leicht ausartenden Hilfsmittel der Allegorese. Sie behaupten dabei die Schrift selbst zu erklären, wenn sie philosophische oder kabbalistische Ansichten, als ״inneren Sinn44 in die Schrift worte hinein tragen. Die Allegorie beider Richtungen geht nämlich von demselben Gesichtspunkte aus, dass die Schrift unmöglich nur das besagen wolle, was ihr Wortlaut bedeutet, sie müsse neben dem einfachen Wortsinne noch andere Auslegungen zulassen. Es erschien ihnen zu dürftig und unzulänglich in dem »Worte Gottes״ nur einen Sinn zu finden, erst die Entdeckung eines mehrfachen Sinnes konnte sie befriedigen. So sahen wir, wie ßachja diesem Gedanken Ausdruck verleihend in seinem Commentare der philosophischen Schriftauslegung einen bestimmten Platz angewiesen hat und so finden wir ihn, von denselben Prinzipien geleitet, einen in sich trennen kann. Als kabbalistischen Grund der Schwagerehe nimmt er nämlich die Seelenwanderung an. S. w. u. S. 191. 83) Ex. 23.19 weist er Maimuni’s Grund als nichtssagend zurück und giebt selber einen noch fernliegenderen, dass nämlich der Grund des Verbotes, Fleisch in Milch zu kochen ein physischer sei; die Milch entsteht aus dem Blute des Thieres und wenn sie jetzt mit Fleisch zusammen gekocht wird, erhält sie die Natur ihres Ursprungs zurück und erzeugt durch ihren Genuss Stolz und Hochmuth.

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