Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 183)
- Language
- German
- Belongs to
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180 beiden Arten beeinflusst70). Alle biblischen Gesetze, sagt Baclija, haben ihren Grund; bei den Vernunftgosetzen ist derselbe fast jedem Menschen klar, da diese ja einem sittlichen oder gesellschaftlichen Bedürfnisse entspringen71). So z. B. ist das Gebot der Wohlthätigkeit ein der menschliehen Natur entstammendes, denn wie niedrig wäre es, seinen Mitmenschen in Elend verkümmern zu sehen72;. Ebenso ist das Gebot, die veräusserten Besitzthümer des verarmten Verwandten aus der Hand des Käufers auszulösen rein auf das Gefühl des Mitleids gegründet73^. Nicht zu stehlen, nicht zu morden sind Gesetze, die ebensowenig einer Begründung bedürfen, wie das Gebot: Ehre Vater und Mutier, deshalb kann sie auch die Thora so kurz fassen74). Nicht so offenkundig und Jedem fassbar ist der Grund der einzelnen geoffenbarten Gesetze, die Gott seinem Volke zu dessen Veredelung und Heiligung ertheilte75). Wir vormögen aber durch Nachdenken und Forschen auch den Zweck und Grund dieser zu entdecken. So unternimmt Baclija oft diese schwere Aufgabe, deren Lösung zuerst sich Maimuni gestellt, und sie gelingt ihm manchmal vorzüglich. Es ergiebt sich — meint Bachja ganz rationalistisch — als natürlicher Grund des Sabbath das Bedürfniss des Menschen nach Ruhe; so wie der unentbehrliche Schlaf täglich Erfrischung bringt, so soll auch der Sabbat Erholung verschaffen, dem Körper und Geiste zugleich, von der mühe- 70) Deut. 12.23; Bsp. 1. .3;אכילת דם והשרצים .2;גזל ,עריות כלאים ,שעטנז 71) Mkr. 77 b. 72) Den. 18.21. 73) Lev. 26.25. 74) ס׳ האמונה והבטחון S. 25b; Mkr. 36b, 104b. 76) Deut. 22.17; Mkr. 152b: erst durch die Ausübung der geoffenbarten Gesetze wird Israel zum Volke Gottes, deshalb sind auch nur bei der Ausübung dieser und nicht der Vernunftgesetze Benedictionen zu verrichten.