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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 173

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 173 (sequence 176)
Language
German
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173 sind nämlich die Philosophen verschiedener Ansicht, wenn sie auch die Unsterblichkeit derselben alle zugeben. Die einen behaupten, die Seele sei einheitlich und besitze drei Potenzen; der andern Auffassung nach hat der Mensch drei gesonderte Seelen: die animalische oder empfindende, die der Mensch mit den Thieren gemeinsam hat, ihr Sitz ist in der Leber36); die Pflanzenseele, gemeinsam mit den Pflanzen, die das Gedeihen und Wachsen des Körpers besorgt, sie hat keinen bestimmten Sitz im Körper. Endlich die Vernunftseele im Gehirne, die allein göttlich ist37). Das Wesen der Seele ist jedoch unerkennbar, so wie das Gottes; sie sieht alles, ist aber selber unsichtbar38). Die Seele ist von Natur ewig, der Körper von Natur sterblich und vergänglich und jene befindet sich in diesem wie in einem Gefängnisse39). Bald wieder bezeichnet ßachja mit einem entlehnten Geheimnisse, den Körper als Palast, wo die Seele gleich einem Könige thront. An dem Palaste bat Gott fünf Thore geöffnet, d. s. die Sinnesorgane und an nur dem Körper; deshalb sagt auch die Thora: ״die Erde brachte die Pflanzen hervor“ und nicht, wie hei den Thieren: ״Gott schuf sie“. Vgl. auch Mkr. 100 b. 36) Wie dies die neu־platonisch־plotinische Ansicht behauptet; an einem andern Orte, Mkr. 142 a, sagt B. im Allgemeinen, die Potenzen der Seele stammen vom Herzen und von der Leber. 37) Die Quelle B.’s für diese Auseinandersetzung, die er Gen. 2.7 an ליפח באפיו anschliesst und klarer: Mkr. 195b ausführt, ist Abr. b. Ohijja’s הגיון הנפש, S. llf. Die erste Ansicht ist die aristotelische, die auch Maimuni annimmt und gegen die zweite, die platonische, ankämpft. (S. Kosin, die Ethik des M. S. 46, Anm. 1). Bachja schliesst sich, wie wir sehen, der platonischen Ansicht an was bei ihm, dem Kabbalisten sehr natürlich ist, da die Kabbala unter dem Einflüsse des Platonismus und Neuplatonismus steht. S. über diesen Punkt: Frank, die Kabbala etc., S. 189—195; Joel, die Religionsphilosophie des Sohar, S. 381 — 349 und noch Kaufmann die Spuren Al• Bat-lajusi’s etc. S. 6. 38) Mkr. 21a. 39) Mkr. 18a,b.

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