Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 173)
- Language
- German
- Belongs to
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170 auch den Engeln ist Gottes Wesen unerkennbar14). Gleich wie die Sonne nur aus ihrem wohlthuenden Wirken, aber nicht durch Schauen mit dem freien Auge erkannt werden kann, so auch Gott15). Gott ist einzig, der Anfang aller Anfänge, selbst ohne Anfang und als solcher schuf er die Welt der Engel, die der Sphären und die sublunarische Welt16). Das Verhältniss Gottes zu seiner Schöpfung ist gleich der Stellung der Eins innerhalb des Zahlensystems17). Gott ist nothwendig seiend, der Mensch nur zufällig. Wir müssen daher nicht nur zu Folge des Grundsatzes unserer Lehre, sondern auch durch Vernunftschluss dazu geführt, an den Einzigen, unsern Gott glauben18). Dann wird unsere erste Pflicht in dem Streben bestehen, unserem Schöpfer gleich zu werden und so das höchste Gut zu erlangen19). 2. Alles Erschaffene ist in drei Reiche zu theilen, und zwar in die der Engel, der Sphären und der sublunarischen Welt, wie dies in der Jakobsleiter angedeutet Vers 21 sagt, die zweite erfüllt, nach V. 23. Die ganze Auslegung findet sich: Moreh I. 54 mit dem Unterschiede, dass dort als Antwort auf die erste Bitte V. 18 benutzt wird. 14) Einl. zu פ׳ בראשית. 15) Dieses Gleiehniss ist schon bei Bachja ibn Pakuda, Hrzpfl. I. 10 und dann bei Maimuni, Moreh II. 59 in diesem Sinne angewendet. Bachja allegorisirt noch z. St. zu demselben Zwecke Prov. 25.2 und Jer. 9.24; die letztere Stelle jedoch auch nach Moreh III, 54 g. E. lfi) Diese wunderliche Deutung giebt B. dem ersten Verse der Gen.: מלת בראשית תרמוז הכה הנסתר בי הוא ראשית כל ראשית בלי ראשית והוא ברא תחלה עולם המלאכים שהם נקראים בכתובים אלהים ועולם הגלגלים והם השמים והעולם השפל והוא הארץ. Maimuni, Moreh II, 30 deutet den Vers theilweise so, aber weniger gewaltsam. n) Die sechs Vergleiche über diesen Punkt entlehnt B. zu Deut. 6 4 einer nicht jüdischen Quelle, den bildlichen Kreisen des Albatlajusi. Mkr. 102 a führt er die Stelle aus Albatlajusi wörtlich an, unter der allgemeinen Bezeichnung: חכמי המחקר כוכיחין. Vgl. Kaufmann, die Spuren des Albatlajusi etc., Budapest 1880, S. 45 und hebr. Theil S. 33 ff. 18) Mkr. 101a und 102 b. 19) Gen. 1.3; ähnlich Maimuni, Moreh III, 54 und ס׳ המצות 8. Gebot; vgl. Rosin, die Ethik des M. S. 96ff.