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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 167

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 167 (sequence 170)
Language
German
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167 Wahrheit dieser Behauptung ist Bachja voll und ganz durchdrungen, der gläubige Jude gewinnt in ihm stets die Oberhand über den philosophisch gebildeten Mann. Wohl vertraut mit den Ergebnissen der zeitgemässen Philosophie, ist er weit entfernt, sie gering zu schätzen, er will jedoch ihre Grenzen der Theologie gegenüber genau bestimmen. Nur so lange die Resultate philosophischen Denkens mit den Worten der Schrift und Tradition in Einklang zu bringen sind, können dieselben auf Beachtung oder Annahme rechnen; sobald diese aber jenen widersprechen, sind uns Thora und Tradition maassgebend3). Selbst die triftigsten Beweise der Philosophen können in einem solchen Falle keine überzeugende Kraft für uns haben, denn wir müssen fest und unerschütterlich an unsere Lehre und Ueberlieferung glauben4). Es ist daher auch nicht gerathen, dass sich Jeder der wissenschaftlichen Forschung hingebe, ״es könnten manche die Schlacken des Silbers auch für echtes Metall haltena und dadurch ihren Glauben gefährden5). Eben darum geht Bachja an die Arbeit, darzuthun, dass die philosophischen Wahrheiten in der heiligen Schrift bereits enthalten seien, es bedürfe nur der geeigneten Exegese, uns davon die Ueberzeugung zu verschaffen6). Somit verbindet Bachja mit der dritten Auslegungsart, die er in seinem Pentateuch-Commentar berücksichtigt einen ף Gen. 2 7 und Lev. 18.20. 4) Gen, 2.17; noch klarer zu Deut. 10 24; vgl. auch Mkr. 98 b. B) Deut. 30 12: מתוך עסק שאר החכמות יבא האדם בדת לידי נטיה מדדן האמת und noch Mkr. 134b. Wir können in diesen Aeusserungen Bachja’s den Einfluss seines grossen Lehrers, Salomo ihn Adreth (s. Abschn. V, S. 91) erkennen. Derselbe sprach diese Befürchtung aus und nachdem er im Jahre 1305, also kurz nach Abfassung des Bachjaschen Pent.-Commentars, einen strengen Bann gegen die rationalistischen Exegeten und philosophischen Agadaausleger ausgesprochen, trug er es auf, Niemand dürfe sich vor seinem 25. Lebensjalire mit den profanen Wissenschaften beschäftigen. S. Perles, Salomo b. Addereth, S. 36 und 46; Grätz, Geschichte VII, S. 257. 6) Siehe über diese seine Ansicht oben S. 47.

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