Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
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155 Rosin, David Dr., Eeime und Gedichte des Abraham Ihn Esra I Breslau 1885, II 1887, III 1888, IV 1891 (226 + 4 + 4 Seiten) 8. Separat-Abdruck aus den Jahresberichten des jüdischtheol. Seminars in Breslau. Die aussergottesdienstlichen Beime und Gedichte des Abraham Ihn Esra in musterhafter Textesausgabe mit vortrefflicher Ueber- Setzung und zahlreichen werthvollen theils kritischen theils erläuternden Bemerkungen verdienen in vollem Maasse, die Aufmerksamkeit eines weit ausgedehnteren Lesekreises zu erwecken, als er sonst den Erzeugnissen der jüdischen Literatur zumeist beschieden ist. Der treffliche Herausgeber, Bearbeiter und Uebersetzer hat seine schwierige Aufgabe mit der ihn auszeichnenden Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit, mit umfassendster Sachkenntnis und liebevollster Vertiefung in seinen Stoff glänzend gelöst. Die Einleitung (S. 1—15) bietet eine Uebersicht der gebrauchliehen Versmaasse der neuhebräischen Poesie nach Abraham Ibn Esra’s Zusammenstellung im Buche Zachot. Die hierauf folgenden Beime und Gedichte, 126 Nummern und 6 Nachträge, sind theils schon von früher her bekannte, hier aber nach handschriftlichen Zeugnissen berichtigte Texte, theils sind es zum ersten Male abgedruckte Stücke, so das Hochzeitslied S. 117 Nr. 73, Verse in Baumform zur Verherrlichung des B. Jacob Tarn S. 144, Der knausernde Wirth S. 148 Nr. 85, das Bäthsel vom Auge S. 219 Nr. 123 u. a. Zwischen die Herausgabe des ersten und des zweiten Heftes fällt die dankenswerte Veröffentlichung des Diwan des Abr. I E durch Egers (Berlin, 1886). Auf die im Diwan abgedruckten Stücke wird in der vorliegenden neuen Ausgabe immer genau Bezug genommen, und an verderbte Textesstellen fast immer mit Glück die bessernde Hand gelegt. Mit vorsichtiger Zurückhaltung werden selbst geringfügige Aenderungen nur da vermuthungsweise geboten, wo die handschriftlichen Vorlagen offenbare Fehler aufweisen. Die philologische Gewissenhaftigkeit und Besonnenheit Bosin’s zeigt sich hier wiederum im schönsten Lichte. Die IJebersetzung, die zu sämmtlichen Stücken ohne Ausnahme gegeben wird, ist von möglichster Treue und dem Tone, wie auch der Beimform des Originals möglichst angepasst. Die Kunst des Uebersetzers hat in der Ueberwindung von fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, wie sie I E’s oft gekünstelte, fein zugespitzte, an Wortspielen und Anspielungen reiche Sprache der getreuen Wiedergäbe bereitet, Vortreffliches geleistet. Die dem hebräischen Texte und der deutschen Uebersetzung in Fussnoten beigefügten Bemerkungen enthalten den kritischen Apparat, sowie erläuternde Belege, Wort- und Sacherklärungen aller Art theils für Fachgelehrte, theils für den weiteren Lesekreis berechnet. Die gewonnene wissenschaftliche Ausbeute erstreckt sich nicht allein auf die Texteskritik und das Verständnis der Gedichte des IE, sondern besteht auch in der Sicherstellung, Ergänzung und Berichtigung alter und Ermittelung einzelner neuer Ergebnisse auf dem