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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 154

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 154 (sequence 157)
Language
German
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154 sich überhaupt auf מפקידין nicht beziehen hann, andererseits sehen wir nicht ein, welche Gründe man für eine solche Meinungsverschiedenheit beibringen könnte, wie sie Schw. annimmt. Es entsteht schlieslich nach Schw’. eigener Ansicht die Frage, warum die Tosifta zwei solche heterogene Begriffe wie טוחנין und מפקידין mit einander verbunden, da sie in keiner Weise, schon in Bezug auf den Gegensatz zusammenpassen. Wir hielten darum die Lesart ומרקידין für sehr richtig und in mancher Beziehung interessant, der Wortlaut der Boraita gibt demnach einen sehr gutun Sinn, und was den Schlusspassus in der Tosifta betrifft, so möchten wir lesen: אבל אין טוחנין ומרקידין, oder, was vielleicht nach richtiger sein dürfte, אין טוחנין ist zu streichen und wie in der Boraita zu lesen: אבל לא לאוכלו וכו׳ Es wäre noch Manches zu sagen über die Fragen, welche sich an die Lesart ומפקידין knüpfen, namentlich ist in Gittin der Passus nicht zu übersehen: האי מאי רומיא וכו׳ משום דקא בעי למירבזא אחריתא, welche Worte einen tiefen Einblick gestatten, wie ursprünglich wohl die Beihenfolge der Fragen lautete; darauf näher einzugehen, würde uns jedoch zu weitführen. Zu unserem Gegenstand zurückkehrend, wollen wir noch als einen Vorzug des Schwarz’schen Commentars hervorheben, dass überall auf den logischen Zusammenhang zwischen den einzelnen Miselmajot hingewiesen wird, was durch eine kurze übersichtliche Zusammenstellung im Anfänge eines jeden Abschnittes geschieht. Unser Urtheil zusammenfassend, erblicken wir das Hauptverdienst Schwarz’ in dem mit grosser Genauigkeit und Sorgfalt gearbeiteten Commentar, in welchem der Verfasser durch gewissenhafte Vergleichung der verschiedenen Lesarten und durch ein tiefes Eingehen auf den Gegenstand die richtige Lesart überall zu ermitteln und den Text von Fehlern zu reinigen sucht. Nicht so unbedingt loben möchten wir die Umstellungen und Versetzungen, die Sch. im Texte vornimmt, Sch. will der Tosifta ihren ursprünglichen Charakter wieder verleihen, wir glauben, er hat denselben eher verwischt, da er in dem überlieferten Text zum Theil wenigstens sich noch erhalten hat: Sch. will die Tosifta wieder auf bauen, dann hätte er gerade die Tosifta zergliedern und in ihre ursprünglichen Bestandtheile zerlegen müssen, dann hätte er die ursprüngliche Gestalt der Tosifta erhalten, ganz entsprechend seiner eigenen Ansicht, dass unsere Tosifta aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt ist. Es ist hier nicht der Ort, diesen Gedanken näher zu begründen, jedenfalls ist das ein Punkt, über welchen man mit dem Verfasser streiten könnte: was jedoch den Commentar betrifft, so kann man die Vorzüge desselben durch Hinweis auf einzelne Stellen nicht genügend hervorheben, man muss vielmehr denselben zur Hand nehmen und eingehend studiren, um sich davon zu überzeugen. Wir wünschen dem Verfasser, welcher es sich zur Aufgabe gesetzt, die ganze Tosifta herauszugeben und zu commentiren, dass es ihm besehieden sein möge, sein Vorhaben auszuführen und sein Werk überall die Anerkennung finde, die es im hohen Grade verdient. H . . . . tz.

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