Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Akabja betrifft, so möchten wir auf einige Stellen hin weisen, welche den Eindruck machen, als ob eine gewisse Dunkelheit über die Aus- Sprüche dieses Lehrers geherrscht hätte, die Tradition schwankend gewesen wäre. Da die Zahl seiner Aussprüche überhaupt nicht sehr gross ist, so werden die wenigen Stellen, die wir anführen wollen, genügen, um unsere Behauptung nicht ganz anberechtigt erscheinen zu lassen. So verweisen wir zunächst auf Sabbat 147 b. Es wird dort ein ,Widerspruch aufgefunden zwischen der Entscheidung R. Jochanans, dass es gestattet sei, das Linnen vom Bade am Sabbat nach Hause zu tragen, und seiner bekannten Ansicht הלכה כסתם משנה, worauf die dunkle Antwort erfolgt: ההוא כבן חכינאי מתני לה Raschi erklärt: R. Jochanan lag die Mischna nicht als סתם vor (דברי בן חכינאי מסיים בה ולאו סתמא). Allein wer ist ben Chakinai, und wie kommt man auf den Gedanken, diesen Namen in die Mischna einzuschieben? Der Sinn jener Antwort ist jedoch klar, wenn man Jeruschalmi Sabbat III, 4 vergleicht, wo es heisst: נ׳ דברים התיר ר׳ חנינה בן עקביה ובו והתיר הבאת לונטיות. Die Antwort ist demnach: R. Jochanan hat seinen Ausspruch gefchan nach der Entscheidung des R. Chananja ben Akabja, nur hätten wir hier bereits eine Verwechslung zwischen diesem und R. Chananja ben Chakinai. Wir haben nachträglich gefunden, dass bereits R. Chananel auf jene Stelle im Talmud hinweist, aber auch er erklärt die Antwort der Gemara wie Raschi, so dass mit jenem Hinweis nichts gewonnen ist. Jene Entscheidung R. Chananja b. Akabjas wird übrigens auch im Babli Erubin 87 b gebracht, nur heisst es dort etwas ungenau: 1ומסתפגין באלונטית). Man vgl. ferner Sabb. 83b: אר״י אמר רב לעולם אל ימנע אדם את עצמו מביהמ״ד וכר שהרי כמה שנים נשנית משנה זו בביהמ״ד ולא נתגלה טעמה עד שבא ר׳ חנינא ב״ע ופירשה, worauf es weiter heisst: א״ר יונתן לעולם אל ימנע אדם את עצמו מביהמ״ד ובו אפילו בשעת מיתה תהא עוסק בתורה. Der Ausspruch R. Jonathans steht hier ganz abrupt und die Nachricht scheint aus zweiter Hand zu sein, denn die ursprüngliche Fassung scheint Jerusch. Sabb. II, 2 aufbewahrt zu haben, denn dort heisst es: רב יעקב בר אידי בשם ר׳ יונתן לעולם אל ימנע ובו שהרי כמה פעמים נשאלה הלבה זו ביבנה ובו עד שבא ר, חנינא בן אנטיגנס (עקביה .1) ופירשה. Nun verweisen wir noch auf Sabbat 50 a. Es wird die Frage aufgeworfen ומאן תנא דפלג עליה דרשב״ג d. h. welcher Lehrer verbietet, Palmenzweige, die man ursprünglich zu *) Wir wollen uns nicht in Vermuthungen verlieren, sonst könnten wir die Frage aufwerfen, ob nicht wirklich ר״ח ב״ע mit ר״ח ב״ח identisch sei, wobei der Umstand nicht ausser Acht zu lassen wäre, dass ב״ח und ב״ע etymologisch fast dasselbe bedeuten. Eine blosse Hypothese wäre es ferner, wenn man die Erklärung Raschis gelten lassen wollte und dabei die Frage aufwürfe, wer jener חנניה sei, der so häufig im Traktat Sabbat genannt wird, mit dessen Ansichten die Mischna in Uebereinstimmung zu bringen versucht wird. Angenommen, dass dieser חנניה identisch sei mit חב״ח so würde die Erklärung Raschis sich vielleicht darauf stützen. Schliesslich sei erwähnt, dass auch ein יונתן בן חכינאי Sabbat 49 a vorkommt, der wahrscheinlich identisch ist mit einem יונתן בן עכמאי Jeresch. Sabb, II, 1. Es wäre aber zu weit hergeholt, mit der bekannten dunklen Stelle: רב ור׳ חנינא ור׳ יוחנן ור׳ חביבא מתנו בכולי סדר מועד כל כי האי זוגא חלופו ד יוחנן ומעיילי ר׳ יונתן (Sabb. 64b u. anderwärts), unsere Stelle in Verbindung zu setzen.