Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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146 dringen, um Schätze hervomüiolen. Es muss dem Autor zum Verdienste angerechnet werden, dass er in einer Zeit, wo man zumeist bei gewissen Vorfragen stehen bleibt, bei der Erörterung über Ursprung und Abfassungszeit der einzelnen talmudischen Quellen, es unternommen hat, eine dieser Quellen zu bearbeiten und mit grosser Sach kenntniss und vielen Aufwand von Scharfsinn zu beleuchten. Jene Vorfragen sind gewiss auch von grosser Wichtigkeit und sind mit Unrecht eine Zeit lang vernachlässigt worden, wenn man aber sich ausschliesslich auf die Behandlung derselben beschränkt, wenn sie anstatt auf das Studium des eigentlichen Gegenstandes hinzulenken und dasselbe zu fördern, vielmehr von demselben abführen, so muss man unwillkürlich an den Ausspruch denken: הרי שלחן והרי סכין ואנו אין לנו פה לאכול Wir stimmen daher vollkommen überein mit dem, was der Verfasser in dieser Beziehung in der Einleitung sagt, wenn er meint, eine richtige Anschauung über die Genesis der Tosifta und ihr Verhältniss zur Mischna lasse sich nur durch eine gründliche Erforschung und Bearbeitung der Tosifta selber gewinnen, nicht aber durch blosse Vermuthungen, die sich auf äussere Kriterien stützen. Da es uns nicht bloss darum zu thun ist, dem Autor unsere Anerkennung zu zollen, sondern sein Werk nach Gebühr zu würdigen, so möchten wir einzelne Punkte hervorheben. Was die Ansicht des Verfassers betrifft, dass die Tosifta sich von vornherein an die Mischnah anlehnte, so können wir uns auf dieselbe nicht näher einlassen, da derselbe noch ausführlicher seine Ansicht zu begründen verspricht. Stellen wie Bahak.p.Bbwo es im Gegensatze zu der Mischnah Rabbis ד׳ אבות נזיקין heisst תני ר׳ הושעיה י״ג אבות נזיקין und eben daselbst תני ר׳ חייה כד׳ אבות נזיקין, könnten zwar eher darauf schliessen lassen, dass die beiden genannten Lehrer im Widerspruche mit Rabbi den Traditionsstoff in anderer Weise vortrugen; auch könnte es vielleicht scheinen, dass Schw. in der conseqaenten Durchführung seiner Ansicht zu weitgehende Veränderungen im Text der Tosifta vornimmt; allein, es lässt sich hier für das pro und contra mancherlei Vorbringen, und da, wie gesagt, der Autor seine Meinung nachträglich noch näher zu motiviren verspricht, können wir mit unserem Urtheile nicht vorgreifen. Das Hauptverdienst Schwarz’ liegt in dem ausführlichen Commentar, welcher den Text begleitet. Hier heben wir zunächst die lichtvollen Einleitungen hervor, die jedem Traktat vorangeschickt werden, namentlich sei auf die Einleitung zum Traktat Maser Scheni hingewiesen, wo die bekannte Ansicht Geigers in Bezug auf den zweitenZehnten wiederlegt wird. East halten wir es für überflüssig zu erwähnen, dass der Schwarz’sche Commentar eine Fülle von gelungenen und scharfsinnigen Emendationen enthält, da, man möchte sagen, jede Seite des Commentars hierfür den Beweis liefert. Um jedoch unsere Behauptung einigermassen zu belegen, weisen wir hin anf Demai I, Anm. 166, daselbst II, 213 III. 144, V, 59, VII, 57, Terumot V, 41 und 73, Maser Scheni IV, 82 daselbst Anm. 161, V 2 und unzählige mehr, wobei wir von allen jenen Stellen absehen, bei welchen es sich bloss um sprachliche Verbesserungen handelt. Besonders angelegen sein lässt es sich Schwarz, nachzuweisen, welche Stellen aus der Tosifta den palästinensischen und babylonischen Amoraim unbekannt waren; ebenso deutet er hin auf diejenigen Stellen, wo die Tosifta nach Babli oder Jerusehalmi corrigirt wurde, und wo Entlehnungen aus beiden stattgefunden. Wir stimmen hier