Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 147)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Regel auf, und alle finden doch den Tod sehr geeignet, um Neid und Begierde und alle andern Laster daraus herzuleiten. .Für sie ist es ein grosser Fehler, dass der Beste und Verehrteste und Herr der Welt ebenso sterben muss, wie der, welcher nichts taugt. Sei es im Frühling des Lebens, der Geburt, oder am Ende desselben, dem Tode — alle Geborenen sind darin gleich, dass sie weder Macht noch Geltung haben. Er schreibt von einem Gebrauch in Persien, dass, wenn ein neuer König gekrönt wurde, während der Ehrenbezeugungen und Ceremonien ein Maurer mit gewissen Arten von Steinen kam und ihn vor allen bat zu bestimmen, mit welchen jener Steine sein Grab gemauert werden solle, damit er in seinem grössten Triumphe nicht vergesse, sich des Todes zu erinnern. Alle jene für eine kurze Zeit geliehenen Dinge verachtet man leicht. Andere Könige hatten in dieser Beziehung die Gewohnheit, bei ihren Hauptmahlzeiten Totenköpfe gegenwärtig zu haben. Alle diese Beispiele sind gerechtfertigt, wenn wir heute vor unsern Augen den Vater, morgen den Bruder und am nächsten Tage den Sohn und Freund sterben sehen, und ich selbst morgen sterben werde. Ew. Excell. sieht schon, dass vom Grafen de Mira wie von jedem Sterblichen nichts als der Ruhm seiner glorreichen Thaten für eine kurze Zeit und das Verdienst seiner tugendhaften Werke vor Gott übrig geblieben ist. Doch ist die Trauer um das, was man nicht wiedererhalten kann, vergebliche Klage um Vergangenes. Denket an Euch selbst, dann werdet Ihr dies erkennen und zu Gottes Lob und Preis aus Eurem Gewissen und Ruhm Capital schlagen. Gedenket seiner Seele, die Ihr im Leben so liebtet, und die Euch so liebte, denn das ist die grösste und noth wendigste Wohlthat, die Ihr ihr erweisen könnt. Gedenket seiner Diener, dass sie bei Euch immer Schutz und Gunst finden mögen, und zwar auf eine Art, dass, indem Ihr ihnen Gutes erweist, Ihr Euch nichts Böses thut, denn eine Last von Leuten ist eine Last von Araiuth, von Sünden und Sorgen, von Ermüdung ohne