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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 143

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 143 (sequence 146)
Language
German
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143 beschuhen uns mit Totem, essen von Totem, und alle unsere Verrichtungen stehen auf dem Fundament des Todes, wie es in dem Fluche über Adam verheissen wurde, von Erde sei er, und zur Erde würde er zurückkehren. Wir klagen also nicht über den Tod, denn er thut, was er muss: noch weniger kann man sagen, dass er die Menschen unvorbereitet fortnimmt, denn er schickt seine Gesandten. Voran geht die Jugend, Gefahr suchend und feurig, und daher dem Tode nahe; wir sehen das mit Mühsal und Hässlichkeit beladene Alter, die Schmerzen mit soviel Kummer und Pein als Todesverwandte. Es kommen, wie Tullius im Buch über das Alter sagt, die weissen Banner des Todes. Die erste Stunde, die wir vom Leben haben, wendet sich, wie die Tragödie sagt, zum Tode. Wir sollen nun aber keinen Kummer über natürliche Dinge wie über den Tod empfinden, der alle mit sich nimmt, welche an einen besseren Ort gehen, als die Erde für sie war. Und ihres Verdienstes wegen hoffen sie auf grösseren Ruhm vor Gott, als sie Freuden im Glück auf dieser Welt der Qual haben konnten. Darum muss der Herr Graf seinen Tod als eine gerechte Sache für seinen Körper und als eine nützliche für seine Seele ansehen. Den Guten ist die Erinnerung an den Tod ein Heilmittel für viele Trostlosen, welche sich darum sorgen, dass ihr Elend mit dem Tod kein Ende finden möchte; so leben sie in grosser Noth und dauernder Verzweiflung, sagt Hiob, und auch der Tod ist ein Zügel für alle Laster derer, die seiner gedenken. Gedenket des Todes (sagt der Prediger) und ihr werdet nicht sündigen. Socrates lehrt die Dinge dieser Welt zu verachten; bist du stark, so wird Spott dich schwächen, bist du die Ehre des Geschlechts, so kommt das Alter und macht dich hässlich. Bist du reich, so fliegt das Geld unruhig von dir, wo es sich auch befindet. Bist du aus gutem Geschlecht, so ist das eine Ehre und ein Ruhm für deine Eltern und nicht für dich, und noch dazu ist das ein Lob toter Menschen. Aristoteles stellte im ersten Buch seiner Ethik eine andere

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