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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 103

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 103 (sequence 106)
Language
German
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103 also, wie es seine Worte beweisen, mit der P’schaterklärung völlig Ernst. Der Mangel seiner Schrifterklärung besteht darin, dass er die schlichte Erklärungsweise nicht genug in den Vordergrund stellt und darunter nicht die geläuterte Methode eines Ibn Esra oder Samuel b. Meir6j versteht, sondern hierfür Raschi und R. Chananel sich zu Musterbildern nimmt7). Er steht ganz unter ihrem Einflüsse, mengt oft agadische Deutung in die P’schatauslegung und äussert er sich auch dahin, der Midiasch sei von der einfachen Erklärung zu sondern8), so gilt ihm doch manchmal die fernst abliegende Agada als schlichter Sinn9), ja er behauptet, den wahren, einfachen Sinn mitunter nur auf kabbalistischem Wege finden zu können10). Um an der richtigen Auslegungsweise festzuhalten, fehlte ihm die nöthige Unbefangenheit, er wurde zu sehr vom Geiste der Zeit beherrscht und seine klaren Ansichten von einer wahrha ft nüchternen Exegese werden durch seine mystische Bildung beeinflusst und getrübt. Er geht mit der vorgefassten Meinung, mit der bewussten Absicht an die 6) Der glänzendste Vertreter der wahrhaft schlichten Exegese in Nordfrankreich; s. über ihn: Rosin, Samuel b. Meir als Schrift־ erklärer, Breslau 1878. 7) Raschi hat, wie bekannt (רשב״ם zu Gen. 37.8), selber seinen Commentar als der, noch bei seinem Leben sich entwickelnden, P’schatauslegung unentspreehend bezeichnet. Ibn Esra charakterisirt Raschi als Anhänger der Derasch־Auslegung, der nur äusserst selten eine Erklärung gegeben, die schlicht zu nennen wäre (Einl. zu שפה ברורה). Wenn auch Ibn Esra’s Kritik, als übertrieben, zurückzu weisen und Raschi wirklich der Bahnbrecher für P’schat-Erklärung ist s. darüber: Bacher, Abr. ibn Esra’s Einleitung, S. 432 , so hätte B. gewiss in Ibn Esra ein besseres Vorbild für diese Art der Schrifterklärung finden sollen. Auch das zweite Musterbild Bachja’s, R. Chananel, hatte keineswegs den Weg der wahren, nüchternen Exegese gefunden, wie dies vorzüglich aus den bei unserem Autor angeführten Stellen ersichtlich ist. (S. den vorigen Abschnitt, S. 90.) 8) Deut 2 6 .י׳ 9) Gen. 24.02. פשט הכתו# הוא שדרשו ז״ל. 10, Deut. 25.8 und sonst s Abschnitt IX.

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