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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 78

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 78 (sequence 81)
Language
German
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78 sophie überhaupt durch die grosse Verbreituag seiner Werke Eingang in weite Kreise. Im dreizehnten Jahrhundert nahm der Einfluss ibn Esra’s als Religionsphilosoph so sehr zu, dass Maimoni in dieser Beziehung in den Hintergrund treten ein Werk ibn Esras angesehen wurde. Vgl. Sachs Kerem Chemed VIII, S. 92 Steinschneider ebendas. S. 207, n. Jellinek, Beiträge, H, S. 10 Anm. Ebenso wurden die Kabbalisten Joseph Chiquitilla und Abraham Abulafia von i. E. beeinflusst. Von ihm erhielten sie den Impuls zu ihrer Zahlen- und Buchstabenmystik, die dann in den Sohar Eingang gefunden. Vgl. Jellinek, Philosophie und Kabbala, S. IV, Anm. 7 u. Beiträge II, S. 63. Ueber Entlehnungen des Sohar aus i. E. s. S. Sachs im Kerem Chemed VIII, S. 74 Anm. (Zu der in Sohar oft vorkommenden Vergleichung des Körpers mit einem Kleide und einem Gefängniss bringt Jellinek, Beiträge I, 28 Parallelen aus Gabirol und Jehuda al־Charisi. Es kann aber auch auf i. E. hingewiesen werden. S. Diwan des Abr. ibn Esra Nr. 1: רקמת גייתה מהודרה תדמה לבלה תעדה עדיה, und Com. zu Kohel. 8,8: והרוח דומה לאסור בבית כלא. Ausserdem möchte ich noch eine Stelle aus dem Sohar anführen, die die Benutzung ibn Esra s wohl ganz deutlich zeigt. Zu Gen. 2,8 bemerkt der Sohar: תא חזי מה דעבד בר נש דהא קב״ה יהיב ביה נשמתא קדישא לאחזא יתיה בעלמא. Vgl. i. E. Einleit, zu Koheleth und Jessod Mora: נשמה העליונה החכמה היא שתשוב אל השם הנכבד אשר נתנה כי למען הראותח הובאה חנה. Vgl. auch Diwan N. 206, V. 94.) Besonders wurde der Karäer Ahron ben Joseph von ibn Esra beeinflusst. J. Fürst schreibt von ihm in der ״Geschichte des Karäerthums (von 900 bis 1574 der gew. Zeitrechnung)“, S. 234: ״Im Jahre 1294 schrieb er zu Konstantinopel sein grösstes Werk, Mibchar (Auswahl) genannt, welches nach Form und Inhalt in der Weise ibn Esra’s . . . ausführlich den Pentateuch kommentirt. Wie ibn Esra sein stetes Musterbild war, so hat er auch jene kurze prägnannte Darstellungsweise . . .“ S. 247: ״Was die philosopische Dogmatik anlangt, so hat Ahron wie sein Vorbild ibn Esra in dem Commentare zum Fünfbuche sein vollständiges religionsphilosophisches System niedergelegt . . .“ Ebenso hat er, wie sich leicht nachweisen lässt, viele philosophische Gedanken dem ibn Esra entlehnt. Dass Spinoza, der auf ibn Esra sich wiederholt im theol.-polit. Tractat beruft und ihn einen Mann von freierem Geiste und bedeutender Gelehrsamkeit nennt (liberioris ingenii vir et non mediocns ernditionis), manche philosoph. Anregungen von ihm,

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