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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 66 (sequence 69)
Language
German
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66 über die Ereignisse nach der Schlacht bei Charkemisch (S. 105); über die Coalitiion der besiegten Völker gegen Nebukadnezar im Jahre 600 (S. 109); über die Zeit, wann Zedekia sich gegen Nebukadnezar empörte S. 117); die Notizen über die kriegerischen Operationen Aegyptens aus Jecheskel (S. 120) und die Nachrichten über die Deputationen beim Propheten Jeremia und über dessen Verhaftungen S. 125). S 84 wird, als eine mosaische Vorschrift bezeichnet: ״Die Feier der Schemitah nach je sieben Jahren und die damit verbundene Freilassung der Sklaven“; allein nach dem Pentateuch wird der Sklave nicht im Schemita-Jahre, sondern im siebenten Dienstjahre freigelassen (Exod. 21,2; Deut. 15,12). Die Stelle in Jerem. 34, 14 muss also auch mit diesen Gesetzesstellen ie Einklang gebacrht werden. D. H. ביעור טיט היון D• H. Sekorr’s talmudische Exegesen auf ihren wissenschaftlichen Gehalt kritisch untersucht und beleuchtet von Majer Kohn. Bistritz. So oft die wissenschaftliche Forschung von einer bestimmten Absicht und Tendenz geleitet wird, die man sich a priori willkürlich construirt hat, so oft wird jene zu schiefen unwissenschaftlichen und durchaus problematischen Annahmen und Resultaten führen. Ein eklatantes Beispiel dieser Thatsache liefert die Beleuchtung, welche Schon* in seiner Zeitschrift Hechaluz der talmudischen Schrifterklärung angedeihen lässt Herr Schorr will das Unbegründete und Nichtige der mündlichen Tradition darlegen, und sofort wird seine Vernunft durch seinen Willen, sein wissenschaftliches Denken durch seine Tendenz bestimmt. Und so sucht er an der Hand mehrerer hundert agadischer und halachischer Exegesen darzutliun, dass die Träger der Tradition vermittelst des Griechische n die Bibelverse verstanden und gedeutet und aus solchen Deutungen die Halacha deducirt hätten. ״Seht,“ so ruft er triumphirend aus, ״das ist die Halacha! Durch unbegründete, willkürliche Deutungen vermittelst einer fremden Sprache haben sie bindende Gesetze aufgestellt, haben sie fremde Reben auf heiligen Boden gepflanzt, und indem ich das der diipirten Welt offenbare, bricht die Kraft der Halacha zusammen, und ihre Grundpfeiler werden gestürzt.“ ״Allein sowohl der Schluss des Herrn Schorr als auch seine Voraus- Setzungen sind unrichtig und entbehren jeder wissenschaftlichen Begründung. Denn wollte man auch zugeben, dass den Talmudisten in den von ihm angeführten Stellen das Griechische wirklich, vorgeschwebt habe, so wäre damit der Wert und die Verbindlichkeit der Halacha für den auf traditionellem Standpunkte Stehenden noch keineswegs erschüttert; wissen wir es ja, dass die Ableitung einer Halacha aus dem Scliriftverse von den Weisen selbst oft nur als Anlehnung, als אסמכתא, hingestellt wird, und sie den Vers meist nur als mnemotechnisches Mittel benutzen —־ wie das auch aus dem אין תורה נקנת אלא בסימנין (Erubin 54) hervorgeht während die Halacha anderweitig bei ihnen feststand. Dass aber auch die Voraussetzung Schorr s falsch, weil seine Erklärungsweise gezwungen und unwissenschaftlich ist, hat der Verfasser des vorliegenden Werkes bis zur Evidenz nachgewiesen. An über vierhundertfünfzig Stellen in Talmud und Midrasch, zu deren Erklärung Schorr mühsam das griechische Lexikon aufschlagen zu müssen glaubt, sucht der Verfasser mit einem Aufwand von erstaunlichem

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