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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 63

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 63 (sequence 66)
Language
German
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63 Becensionen. Moses, Dr. Adolf, ladab niid Abilm oder der Untergang der Sanliden und des grössten Theiles des Stammes Benjamin. Berlin 1890, Mayer & Müller. (89 S.) Vorliegende Schrift ist, wie in einer Vorbemerkung mitgeteilt wird, nur ein Auszug aus einer umfangreichen Arbeit, dessen Herausgabe wegen der Befürchtung, ״dass der eine oder der andere Bibelkritiker bald auf die Spur der vom Verfasser gefundenen Wahrheiten kommen werde, bevor er sein Werk vollendet und veröffentlieht haben wird“, beschleunigt werden musste. Es ist ein charakteristisches Zeichen für die Art und Weise, wie in unserer Zeit die Bibel ״kritisirt“ wird, dass solche Einfälle, wie sie hier dem Leser geboten werden, nicht nur sich als ״Wahrheiten“ präsentiren, sondern so in der Luft, nota bene in der Luft der sogenannten Bibelkritiker, umherschwirren, dass es nichts dringenderes zu thun giebt, als diese ״Wahrheiten“ so schnell wie möglich der Welt zu verkünden, um sich nicht den Buhin der ״Entdeckung“ (oder besser ״Erfindung“) von einem Andern vorwegnehmen zu lassen. Da wir nun nicht glauben, dass einer unserer geschätzten Leser ״auf die Spur dieser Wahrheiten“ kommen werde, so wollen wir einige Proben aus vorliegender Schrift mitteilen, um zu zeigen, was die sogenannte ״Kritik“ bei der Bibel zu leisten vermag. Die ganze israelitische Geschichte, wie sie in den BB. Samuels erzählt wird, ist nach unserem Verf. eine judäische Fälschung, die den Ruhm Saul’s auf alle mögliche Weise zu verdunkeln und die Thaten David’s zu verherrlichen suchte. Wie kommt es aber, dass diese angeblich zum Ruhme David’s und seines Hauses geschriebene Geschichte von dem Verbrechen David’s gegen Urija, von den schändlichen Thaten der Söhne David’s, des Amnon und Absalom, in so breiter Ausführlichkeit erzählt — ja um solche und ähnliche Fragen kümmert sich ein ״Kritiker“ nicht; alle negativen Instanzen werden verschwiegen, und es bleibt dabei, der oder die Verf, der BB. Samuelis sind judäische Hofgeschichtsfälscher. Dennoch aber weiss der Verf. ohne jegliche beglaubigte Geschichtsquelle ganz genau, uns ״Wahrheiten“ zu erzählen, wie die Begebenheiten in Wirklichkeit sich zugetragen haben, denn ״zum Glück flüchteten sich die Erinnerungen, die aus der Geschichtschreibung verbannt wurden, auf das Gebiet der Sage“, und aus den in den ״Sagen“ erhaltenen Trümmern will der Verf. sich die Geschichte reconstruiren. Hören wir einige Facta dieser Geschichte. Nachdem die Philister die Bundeslade gefangen weggeführt hatten, blieb dieselbe nicht, wie 1. Sam. 6,1 berichtet wird, nur sieben Monate in der Gefangenschaft; denn was mochte die Philister bestimmen, diese kostbarste aller Trophäen so schnell zurückzugeben? Vielmehr war sie daselbst zwanzig Jahre geblieben. Das sagt dem Verf. 1. Sam. 7, 2, wo er הערלים anstatt יערים setzt; es hiesse da also: ״Und es geschah von dem Tage, da die Lade in den Städten der Unbeschnittenen verweilte, wurden der Tage viele, und es wurde

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