Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Baume der Erkenntniss Josephs Name allein von allen Erdgeborenen glänzen soll. So haben wir denn unzweifelhaft auch in dem Räthselgedichte den Wortlaut der dritten Zeile gefunden, wie Abraham Ibn Esra ihn gefügt hat. Es ist ein Trauergedicht, eine Elegie, der wir gegenüberstehen. Als fürchtete der Dichter den Namen des todten Freundes zu nennen, als zuckte er schmerzvoll vor dem Namen Isaak zusammen, vertheilt er die süssen Laute seines Schmerzenräthselworts in sein Gedicht, das so ganz von dem Theuern erfüllt ist, in jeder Strophe ein Zeugniss der Klage, ein Denkmal des todten Freundes wird. Die Himmlischen haben der Erde den sündenreinen Mann geneidet, den jetzt die gläubige Gemeinde in frommer andächtiger Versammlung bei der Haschkaba mit dem Preise seines Namens feiert. Kein Gedicht kann an seine Erhabenheit heranzureichen sich vermessen wollen, kein Sang, kein Saitenspiel vermag zu künden, was sein Name allein, wenn ich ihn niederschreibe (אשר אחוקק—), schon besagt. Drum soll den theuern Namen blos sein Vers enthalten, verborgen zwar, doch offen und unverkennbar für den aufmerksamen Leser, der in Strophe um Strophe sich versenkt. So hat dem Freunde, wie die heilige Schrift von Moses sagt (5. M. 33,21), der Dichter ein unsichtbares Grab [1.ספנתיו] zwischen den vier Wänden gleichsam seines Gedichtes bereitet und ein Denkmal zugleich errichtet, das enthüllt, was es verbirgt, und offenbart, indem es verheimlicht. Es wäre nicht schwer, aus dem Kreise Jehuda Halewi’s und Abraham Ibn Esra’s auf einen Isaak ratlien zu wollen, auf dessen Heimgang diese Strophen gedichtet waren. Ibn Esra beweint noch in einem zweiten Gedichte seinen Tod, in dem er ihn als seines Volkes Fürsten, als Wunder seiner Zeit, als aller Gnaden Fahne, der Wissen, Geist und Erkenntniss Heeresfolge leisten, in Versen, die in arabischen Schlüssen ausklingen, verherrlicht (Rosin p. 111—13). Gleichwohl enthalten beide Gedichte Nichts,