Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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55 herumzudoktern und den vermissten Laut durch Vermuthung hineinzubessern, hat mich der Meister von Abraham Ibn Esra’s Reimen und Gedichten, Dr. David Rosin bewahrt, indem er mich auf S. 124 seiner Sammlung verwies, wo für ונכתב sich das richtige ונכבד ergebe. Da mir aber diese Stelle nicht nur für den Einen Buchstaben und das Eine Wort, sondern für die ganze Strophe und mittelbar das ganze Gedicht Licht gebracht hat, so will ich den Eingang des Lobliedes auf Joseph Ibn Ämram, in dem sie enthalten ist, völlig hierhersetzen: לשוני בהרי מבחר לשוניות קהי הראך לדבר אך נכונות :ונ5בד מ?£ב קשיי בסנ5ר וטיוב זכר 3ביר הוד על־נגינות לעדן לך ונן£זם.קח־לך עץ .כתוב עליו ליוסף עץ הבונות Da Ibn Esra wie die Dichter der spanisch-arabischen Epoche auch sonst die Strophen nicht verschränkt, sondern strenge darauf hält, jeder einzelnen für sich einen abgeschlossenen Sinn zu verleihen, so möchte ich nach hartem Ringen mit der scheinbar so glatten, in Wahrheit aber dem Verständnisse sich fast entgegenstemmeuden zweiten Strophe die folgende Auslegung vorschlagen: Der Dichter ermahnt seine Zunge, den erlesensten Ausdruck zum Preise seines Joseph auszuwählen, der im streng abgemessenen, die Wahrheit deckenden Sprachgebrauchs ihm allezeit Muster und Berather gewesen. Da besinnt er sich denn rechtzeitig, dass hier dann allein Schweigen am Orte sei, da Joseph viel zu erhaben ist, als dass das Lied ihn gebührend preisen zu können hoffen dürfte und der Name des hoheitsvollen Mannes an sich schon jeden Sang überragt. So gilt es denn zu handeln, wo das Wort versagt. Auf daher zum Paradiese (1. לןי), wo auf dem