Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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43 historisch berechtigt, ja nothwendig war, wird kein Kundiger leugnen“1). So sehen wir auch den scharfsinnigen Ibn Esra, dem es an der wissenschaftlichen Erkenntniss der hebräischen Sprache und an richtigem Verständniss für wahre Exegese gewiss nicht mangelte, fremde Elemente in seinen Bibelcommentar aufnehmen. Er kritisirt die vier Auslegungsarten der Vorgänger mit strengem, wenn auch richtigem Urtheile, weist dieselben als unberechtigt und unrichtig zurück, trifft aber in dem eigenen fünften Wege nicht voll und ganz den richtigen. Er giebt ein seltsames Gemisch von rationalistischer Kritik und mystischen Deuteleien, von gesunden, seiner würdigen Ideen und astrologischem Aberglauben. Ja, er behauptet geradezu, dass manche Schriftstelle nicht dem einfachen Wortsinne nach erklärt werden könne, denn ein tiefer, geheimer Sinn liege in ihr2), den wir nicht immer erfassen können, noch aufdecken dürfen3). Und nicht lange darauf, bei dem bedeutendsten Exegeten nach ihm, wird die Grundlage der wirklich schlichten Exegese, die Grammatik, vollends aus ihren Rechten verdrängt, und der grosse Nachmani liefert einen Pentateuch- Commentar, der Einfaches und Höheres, allgemein Verstündliches und Mystisches miteinander in Einklang bringen soll ״Denn der heil. Text birgt Schlichtes und Wunderbares, Weisheit und Wissenschaft in sich, wenn nicht klar und offen, so verborgen in Andeutungen“4 * 6). Ohne dem schlichten Wortsinne Abbruch zu thun, kann die heilige Schrift nach verschiedenen Methoden erklärt werden; die eine hebt die andere keineswegs auf, vielmehr bieten sie gleich b Bacher, Abr. ibn Esra's Einleitung zu s. Pent.־Commentar (Wien 1881) S. 362. 2; Ex. 33. 33: רק?*א כאשר יפרשוהו חכמי דורנו שהוא כמשמעו כי סוד .עמוק הוא ג) Gen. 2. 9, 2. 12, 3. 21, 4. 24, 26. 34, 28, 16; Ex. 3. 15. 6.2, 14.19, 15.2, 16.28; Lev. 16.8 18.4,19.10; Num. 5. 18, 22. 28 u. s. 6) Einl. zu seinem Pent.-Comm.