Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 331)
- Language
- German
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324 בכורים ,3 ערלה B. Zunächst findet man die kleinen Traktate von 5 Perakim und weniger (von מעשרות an) zuletzt. Anstatt Kilajim, Schebiit, Terumot hat Tosefta Cod. Wien die Ordnung Terumot, Schebiit Kilajim, ganz nach unserer Hegel. Berachot, Pea, Demai mochten aber wegen ihrer praktischen Wichtigkeit den Schülern zuerst vorgetragen worden sein. Berachot enthält die alltäglichen Pflichten des Gottesdienstes, Pea die Pflichten der Mildthätigkeit gegen Arme, Demai endlich die Stellung der Schüler gegenüber dem עם הארץ. Eine Untersuchung über die Ordnung der Mischna hat sich daher u. E. nur über die Ordnung innerhalb einer jeden einzelnen Massechta zu erstrecken. Hier ist nach dem Zeugnisse des Talmuds (Aboda sara 7 a) und R. Scherira’s (a. a. 0.) vom Redactor selbst Alles in dieselbe Ordnung gestellt worden, wie wir es vor uns haben. Es muss daher Alles nach einem wohlüberlegten Plane Aufeinanderfolgen. Aber wir haben bereits an einer andern Stelle gezeigt, dass manchmal, wo für uns eine Mischna der vorangehenden sich nicht passend anschliesst, an eine mitunter leicht auszufüllende Lücke zu denken sei, die dadurch entstanden sein mochte, dass Rabbi aus sachlichen Gründen gerade die Halacha, welche die Verbindung zwischen beiden Misclmajot bildete, weggelassen hat. So z. B. stand Cholin 8, 6 vor חומר בחלב מבדם die Halacha: המבשל חלב בחלב T חייב המבשל דם בחלב פטור, und vor dem Perek העור והרוטב stand: העצמות והגידים והקרנים והטלפים שבשלן בחלב פטור (vgl. Cholin 113b und 114 a). Um nun auf vorliegende Schrift zurückzukommen, so bemerken wir, dass zwar nach dem Vorausgeschickten Manches aus derselben gestrichen werden muss: es wird aber dennoch Vieles Zurückbleiben, was, wenn auch einer nähern Prüfung bedürftig, jedenfalls anregende Belehrung bietet. Dass ein Tlieil der Mischna den Zweck hatte, den Sadducäismus durch grosse Kundgebungen zurückzudrängen, ist besonders eine Hypothese, die erwogen werden mag. Freilich darf man nicht mit dem Verf. bis zur Zeit Alexander Jannai’s zurückgehen; dagegen erhebt Agrippas in Bikkurim 3, 4 zu deutlichen Protest. Allein in den letzten Zeiten des zweiten Tempels waren die Sadducäer auch noch eine mächtige Partei, die sich beim peinlichen Gerichtsverfahren Geltung zu verschaffen wusste (Sanhedrin 52 b), und sogar der Hohepriester Ananus der jüngere gehörte dieser Secte an (Joseph. Ant. 20; 9, 1). Grund genug, in den Schulen den Sadducäismus mit Nachdruck zu bekämpfen. D. Hoff mann.