Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 329)
- Language
- German
- Belongs to
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322 Zum Schlusse sei bemerkt, dass im vorliegenden Werke so manche Belehrung den Rabbinern erteilt wird, der wir vollinhaltlich zustimmen. So z. B. wenn S. 55 ff. die Prediger ermahnt werden, den häuslichen Gottesdienst am Pessachabend der Gemeinde nachdrticklichst an’s Herz zu legen1); wenn S. 184 es als Aufgabe des Rabbiners bezeichnet wird, sich zum Mittelpunkte aller werkthätigen Liebe zu machen und für die Wohlthätigkeit, die im Stillen geübt wird, den Vermittler zwischen den Reichen und Armen zu bilden; wenn endlich S. 86 die Wahrheit ausgesprochen wird: ״Die beste Predigt des Predigers bleibt unter allen Umständen diejenige, die er vor der Gemeinde lebt.“ D. Hoffmann. Romenthal, Dr. Ludwig־ A., Heber den Zusammenbang; der Mischna. Ein Beitrag zu ihrer Entsteliungsgescliichte. Erster Theil: Die Sadduzäerkämpfe und die Mischna- Sammlungen vor dem Auftreten Hilleis. Strassburg. 1890. 94. S. Es ist eine interessante Frage, deren Lösung der Verfasser vorliegender Schrift unternommen hat. Die Resultate, die sich ihm dabei ergeben haben, wären, wenn sie richtig befunden würden, höchst bedeutend. Ob dies der Fall ist, mag man daraus beurteilen, dass wir zuerst die Ansicht über die Ordnung der Mischna in Kürze mitteilen, die wir bisher für die richtige hielten und von der uns wenigstens dieser erste Teil der Arbeit Rosenthals nicht abzubringen vermochte. Was die Aufeinanderfolge der Traktate betrifft, so ist die vom Talmud unterstützte Ansicht des R. Scherira Gaon (in dem berühmten Sendschreiben) festzuhalten, dass der Redactor, Rabbi, hierin gar keine Ordnung beobachtethat (אין סדר למשנה) und dass, wenn er auch eine solche beobachtet hätte, uns diese Ordnung nicht mehr bekannt ist.2) Die uns vorliegende Ordnung der מסכתות ist 0 Zu dem dabei in einer Anm. geäusserten Wunsche, dass die Rabbiner sich zu einer zeitgemässen Umarbeitung der Pessach- Hagada in deutscher Sprache aufraffen sollten, bemerken wir, dass bereits eine solche Hagada, bearbeitet von Leopold Stein, in Frank־ furt a. Main, 1841 erschienen ist. Allein eine solche ״Hagada“ würde, von allem Andern abgesehen, im Laufe der Zeit trivial und wirkungslos werden. Die alte Hagada bleibt ewig neu, besonders wenn sie mit schönen homiletischen Erläuterungan, wie deren schon manche im Druck erschienen sind, vorgetragen wird. 2) Dies die Worte Scherira’s: רבי כד תרצה למשנתנו לא סדרינון למסבתא חדא בתר חברתא אלא חדא חדא תנייא תנא באפי נפשיה מאן דניחא ליה לאקדומי מקדים לה ומן דניחא ליה לאחורי מאחר לה ולא ידעינן לה הי תנא רבי