Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 298)
- Language
- German
- Belongs to
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291 der Thoralection an den Wochentagen, das jedoch die bemerkenswerthe Eigenthümlichkeit bietet, dass es vor dem Schlussabsatz אחינו כל בית ישראל ein Gebet gegen die Angeber und Verläumder enthält, das aus den Synagogen Israels nunmehr zum Glück verschwunden ist. Damals war es nicht etwa nur in einzelnen Gemeinden, wie z. B. Eisenstadt in Ungarn1), wo es als vermeintliche locale Institution noch fortbesteht, sondern allgemein üblich und darum als verbreitete Formel zum festen Bestände der Memorbücher vorzüglich Oesterreichs gehörig. Dem Segens- Spruche aus Gefahren Geretteter folgen die der Haftaralection an Sabbathen und Festen vorangehenden und sich anschliessenden Benedictionen sowie das Jekum Purkan- Gebet. Geschichtliche Erinnerungen traurigster Art regt das Kaisergebet auf. Als Zacharias Lewi’s Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben wurde, war Kaiser Leopold kaum ein Siebenzehnjähriger und unvermählt. Daher erscheint sein Name in der Gebetformel allein; als am 5. December 1666 die spanische Infantin Margarethe Therese als Gemahlin Leopolds in Wien ihren Einzug hielt, ward ihr Name als der Kaiserin Margarethe an den Rand des Kaisergebetes geschrieben und treu gesegnet, bis sie ihn selber von den Lippen riss, die ihn voll Inbrunst in ihr Gebet geschlossen hatten. Auf die Neumondsverkündigung und ihre Gebetsformel folgt das Gebet für die Märtyrer, das ausser den bestimmten Sabbaten des Jahres auch nach dem öffentlichen Seelengedächtnisse verrichtet wird. Der Segensformel, die an den Fasttagen des Montags, Donnerstags und Montags in der ersten Hälfte des Ijar und Marcheschvan verlesen wird, schliesst die nur für das Gotteshaus Zacharias Lewi’s bestimmte Segnung des Stifters und seiner Gattin Breindel sich an, die er in zweiter Ehe sich vermählt hatte. Die Segensformeln für die Gemeinde nach dem Seelengedächtniss an Festen und am Versöhnungstage!) Kaufmann, Samson Wertheimer p. 67 n.