Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 299)
- Language
- German
- Belongs to
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292 gehen dann den Gebeten für Schwerkranke voran. Diesen folgen die Gebete für das Fest der Gesetzesfreude und die feierlichen Aufrufungen derer, welche die Thoralection des Jahres beschliessen und eröffnen, sowie des Bräutigams an seinem Hochzeitssabbat. Die Segensformel für diese drei Gattungen von Aufgerufenen macht den Beschluss dieser Abtheilung, Die Benediktionen für die Megillalection und die ihr folgenden Gebete am Purim sind die letzten in Quadratschrift eingetragenen Stücke des Memorbuches. das bis hierher sorgfältig vocalisirt und sogar mit Rafezeichen versehen erscheint. Den eigentlichen geschichtshältigen Aufzeichnungen des Memorbuches gehen nur noch in Cursivschrift zwei Gebete bei der Namensveränderung Schwerkranker sowie die Formeln des sog. kleinen und grossen Bannes voran. Entsprechend dem Privatcharakter des Gotteshauses, verzeichnet das Memorbuch nur die Hingeschiedenen der Familie oder dem Stifter besonders theuere Verstorbene. Aber schon diese wenigen Angaben reichen hin, um das Bild von der Abstammung und den Verwandtschaftsbe- Ziehungen Zacharias Lewi’s zu erweitern und zu beleben. Wohl sind unsere Quellen der jüdischen Familiengeschichte Wiens vorläufig zu dürftig, um auch nur dieses kurze Todtenregister, diesen Familienfriedhof gleichsam, vollständig aufzuhellen, allein die neugewonnenen Daten eröifnen uns doch anderseits so viel Einsicht in den Zusammenhang jenes Geschlechtes, um die Ueberzeugung zu erhärten, wie der kleinste Fund von geschichtlichem Interesse unsere Kenntniss der Vergangenheit bereichert und vertieft. Wir lernen hier vor Allem die Eltern des Stifters und ihren edlen Ursprung kennen. Der nach den Inschriften des alten jüdischen Friedhofes in Wien No. 98, wenn ich ihn richtig erkenne, Montag am 24. Tischri, d. i. am 16. Oktober 1634, in hohem Greisenalter verstorbene Vater Zacharias’, Isachar Beer, war als Vorsteher und begüterter Wohlthäter in der Gemeinde Wien zu hohem Ansehen gelangt, das auch