Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 296)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Menioibnch der Klaassynagoge Zacharias Lewi’s aas Wien ln Slisslitz• Von Prof. Dr. D. Kaufmann in Budapest. Kaum ein halbes Menschenalter war seit der Aufrichtung des jüngsten und dritten der Wiener Gotteshäuser, das Zacharias Lewi in seiner dem Talmudstudium gewidmeten Klause gestiftet hatte, in's Land gegangen, als die Vertreibuug von 1670 seine frommen Mitglieder verjagte und die geheiligte Andachtsstätte der Willkür des Feindes preisgab, der sie nur zu rasch in eine Kirche verwandelt hat. Die ewige Lampe der Gesetzeslehre, die nach dem Wunsche dos Stifters unauslöschlich für immer darin leuchten sollte, hatte der Sturm dieses Unglücksjahres ausgelöscht. Die Unsterblichkeit seines Werkes, ah die im Tode noch seine Seele sich angeklammert hatte, sollte von kurzer Dauer sein; kaum vier Jahre lang überlebte die Stiftung ihren Urheber. Darum heftete sich besondere Trauer gerade an das vorzeitige Ende dieses Gotteshauses, darum bemächtigte sich angesichts seiner Schliessung eine Verzweiflung, die in laute Klage ausbrach, aller derer, die Zeugen dieser Austilgung eines mit so vieler Opferfreudigkeit gestifteten Seelengedächtnisses zu werden verurtheilt waren. Noch ist das Schmerzenslied in einem seltenen in der Bodlejana zu Oxford bewahrten Drucke *) vorhanden, das inmitten der *) Die dritte Strophe des von Steinschneider, Cat. Bodl. N. 3668 verzeichneten Liedes lautet nach einer Mittheilung Ad. Neubauer’s; גרוש וויינן אוב גרוש קלאגן וויא מן מהרר זכריה זיין שול האט פרשלאגן איינר טוט דען אנדר פראגן וואו ווערן מיר אמן יהא שמיה רבא נאך זאגן ואין מגחם.