Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 270)
- Language
- German
- Belongs to
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— 263 — Juden heisst. Diesen ruft Just, zu: ״Ihr werdet es doch nicht wagen zu leugnen, dass bis zum Erscheinen Jes. Euch weder Propheten noch irgendwie, sei es auch unbedeutende Pürsten (qualescunque principes) aus Euerem Geschlecht (vestri generis) gefehlt haben.“ Nun fährt er fort, indem er die Heiden anspricht: ״Nachdem Jener, den wir Heiden erwartet haben, gekommen ist, erhaltet Ihr die Herrschaft über die Juden, und unterwerft ihr ganzes Reich Eurer Botmässigkeit(!)<( 2) Wiewol Jrenäus (202) der Erste war, der in der Kirche gegen eine einseitige allegor. Interpretation des Bibelworts Widerspruch erhob, meint auch er an einer Stelle im 4. Buch ״Gegen die Ketzereien“: ״Man möge doch die Zeit suchen, in welcher Scepter und Führer von Judah (den Juden!) genommen wurde, und man wird keine andere finden als die, da erschienen der, den Mos eh (im Segen Jakob’s!) geweissagt und der die Hoflhung der Völker war“1). 3) Ebenfalls ein Gegner der Allegorese2) glaubt Tertullian (243) doch, dass eigentlich unter Juda in V. 11 die Person des von ihm stammenden Mess, zu verstehen sei, der in V. 10 als Erwartung und Hoffnung der Nationon vorher verkündet ist. 4) Origenes (254), den man ״den Vater der bibl. Kritik“ nennen wollte, war wol der Begründer einer wissenschaftl. Exegese, aber in moralischem, mystisch-allegor. und anagogischem Sinne 3), wobei der histor. Gesichtspunkt gar sehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Es sagt: Die Weissagung sei in Erfüllung gegangen, da bis König Herodes 4) an Fürsten und Führern in Juda es nicht gefehlt. *) Dass auch Clemens Alex. (220) unseren Vers christl.-mess. gedeutet, will man daraus schliessen, dass er wie Tert. V. 11 auffasst. 2) De Wette-Schrader p. 158. ö) G־. W. Meyer: Gesch. d. Schrifterklärung (Gott. 1802) I, 41 ff. 4) Während seit der patrist. Zeit alle kirchlichen Schriftsteller — Katholiken wie Protestanten — durch den Ascaloniten, den Fremdling