Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 269)
- Language
- German
- Belongs to
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262 lich-messianologischen Verwendung derselben der feste Boden entzogen. Trotzdem muss, weniger die dunkele Ueber- Setzung der LXX (wie Baur 273 meint), als vielmehr die in den Targg. sich widerspiegelnde jüd. Tradition von der Beziehung des שלה auf den Messias—natürlich mutatis mutandis — im 2. Jh. bereits die willkommene Gelegenheit geboten haben, den an sich schwierigen Vers mit als Stütze für christl.- dogmatische Anschauungen gewinnen zu können. Seit Just. Mart, behielt diese Deutung, die dann auch per fas et nefas in den zweideutigen Worten der LXX wiedergefunden wurde, ihre unbestrittene Herrschaft viele Jahrhunderte hindurch in der morgenländ. wie in der abendländ. Kirche. a) Wir wollen zunächst die Periode der patristischen Zeit vom 2. bis Ende d. 6. Jh. betrachten1). Alle Autoren (bis auf 2 unkirchliche Ansichten, denen wir bei Epiph. und Cyr. Alex, begegnen werden) deuten einmütig den Vers auf das Erscheinen Jesu. 1) Justinus Martyr (166). Sein Dial. c. Tryph. mit der christl.-allegor. Auslegung unseres Verses ist in dieser Beziehung der Vater aller Diall. und Disputatt. gegen die Juden. Jakob habe eine doppelte Ankunft Jes. geweissagt; das erste Mal sei er vorübergehend erschienen2 3 * * * *); und nachher war kein Prophet und kein König mehr bei den Juden, denn der h. Geist hat es durch Mos eh(!) vorhergesagt: Es wird das Scepter v. J. nicht weichen, bis der kommen wird, dem die Herrschaft aufbewahrt sei8). Juda war der Stammvater des jüd. Geschlechts, das nach ihm *) Wir sind gezwungen das Folg, zum Teil nach Reinke und Pererius wiederzugeben. 8) ״Da ihm noch bestimmt ist in Zukunft das Reich.״ 3) La. <5 dnoxetTat, wie J. M. in LXX sicher gelesen nach Apol. I, 32 (Opp. Paris 1742) p. 63. während Dial. c. Tr. cap. 52 p 148 u. c. 120 p. 213 allerdings rä dyoxetjueva oder 6 dnox. angeblich nach ״jüdischer Interpretation“ hat; vergl. Gr. Baur 1. c. 240 A. 44. Ueber die Bedeutung des Dialogus’ für die Polemik in der Folgezeit s. J. Loeb, La controverse religieuse, Sonderabdr. aus der ״Rev. de l hist. des religions“ (Paris 1888) p. 9).