Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 262)
- Language
- German
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255 aber die Gebote nicht ansübt, aber auch die Verbote nicht Übertritt dem wird der Lohn dessen zu Theil, der das götttiche Gebot ausübt.“ Einen solchen, die Verbindlichkeit der Gebote aufhebenden Ausspruch hat nie ein Lehrer des Talmud gethan, geschweige denn der gesetzesstrenge R Simon b. J. Die Mischna will sagen, dass das Nichtübertreten eines Verbotes ebenso belohnt wird, wie das Ausüben eines Gebotes. Es muss also übersetzt werden: Wer ein Gebot nicht Übertritt, erhält einen solchen Lohn, als hätte er ein Gebot ausgeübt.“ (כאלו עושה כעושה. Vgl. auch Maimuni’s Mischnakommentar z. St.) Zu S. 129 A, 2 ist zu bemerken, dass sich auch im Sifre II, 193 die Worte finden, הכל שומעים דברי כהן מער׳ מל׳, was dem Verf. entgangen ist. In der unmittelbar darauffolgenden Stelle ist ausdrücklich angegeben, dass die ganze Aufforderung zum erlaubten Wegbleiben vom Kriege (Deut. 20, 1—8) von einem Priester gesprochen wurde. Die Worte דברי כהן in Tos. Sota 7,2 sind also ganz genau. Auf die sonst etwas dunkle Sifrestelle soll hier nicht näher eingegangen werden. S. 164 Z. 10 ist, um einem Missverständnis vorzubeugen, zu übersetzen: In Palästina ist es erlaubt, an Nichtjuden Häuser und Felder zu verpachten, im Auslande die einen wie die andern auch zu verkaufen. S. 188 Z. 9. Die angezogene Stelle des Sifre ist vom Verf. missverstanden worden und muss richtig übersetzt werden: Wenn das Strafgericht über Israel nur allmählich heranrückt, obgleich es bei ihm heisst, Deut. 32,35 ״nahe die Zeit ihres Unglücks,“ wie lange wird erst das Strafgericht über die Feinde Israels säumen, von denen es heisst Jes. 24,22 ״nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden.“ Die Stelle im Deut, wird auch von Onkelos und von der traditionellen Erklärung im Allgemeinen auf Israel bezogen, worin eigentlich vom Sifre das tröstende Moment gefunden wird. S. 199 Z. 5 statt ״Andacht“ besser: Absicht. S. 232. Zu Anm. 1 füge hinzu Tosefta Sota VI, 3. Die Uebersetzung ist nicht deutlich genug und scheint eher Akibas als Nechemja’s Ansicht wiederzugeben. Es muss genau übersetzt werden: Das Lied wurde von Israel so gesungen, dass es Moses, wie ein Vorbeter das Schema, nur anstimmte, worauf das Volk durch Eingebung des heiligen Geistes dasüebrige von sich selbst weiter sang. S. 240 A. 1. Vor den Worten תנייא לחבריא steht מתיב der eine Tanna erhob seinen Collegen gegenüber die Einwendung. Die aramäischen Worte sind vom j. Talmud in die Baraitha eingeschoben. S. 265 Z. 10 v. u. muss es heissen: Selbst diejenigen Lehrstücke, welche als Zusätze zur Thora erscheinen könnten z. B. die