Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 253

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 253 (sequence 260)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2572068-2572098-2572099--3823-2575765
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

253 Ergebnisreich war die Bemühung des Verf.’s das gesammelte Material zu sichten und zu ordnen. Wer sich einmal mit einer solchen Arbeit versucht hat, wird dem Yerf. seine Bewunderung nicht versagen. Mit sicherem Blick durchdringt er die oft sehr zahlreichen Fragmente, um aus ihnen nach Möglichkeit ein abgerundetes, anschauliches Ganzes zu bilden. Mit sicherer Hand reiht er wie ein Mosaikarbeiter Stein an Stein, damit auf einmal ein Ueberblick über das Ganze möglich sei. Allerdings wird manche Lücke sichtbar, manches will sich auch nicht recht fügen, aber solche Uebel sind eine unvermeidliche Folge des zu verarbeitenden Stoffes und dürfen der Darstellung des Yerf.’s nicht aufgebürdet werden. Die ganze Tradition ist als Fragment zur Welt gekommen, es ist also natürlich, dass auch die dieser Tradition gewidmeten Darstellungen ein fragmentarisches Aussehen haben. Soweit es der Stoff gestattete, hat der Yerf., der reich an Gesichtspimkten ist, eine Gruppirung versucht. Wie ein Koman liest sich das Buch freilich nicht, denn die Agada enthält wob1 auch poetische Stücke, ist aber mit Poesie nicht identisch, wie sich sie manche in ihrer Phantasie ausmalen. Wer mit wissenschaftlichem Ernste an das Werk herangeht, wird es sogar gut lesbar finden. Nach diesen allgemeinen Bemerkungen wollen wir auf den vorliegenden Band näher eingehen. In 19 Kapiteln wird die Agada aller nach Akiba’s Tod blühenden Tannaiten behandelt, deren Zahl sich auf 75 beläuft. Je ein Kapitel ist gewidmet B. Meier, B. Simon b. Jochai, B. Joseb. Chalaftha, B. Jehuda b. Ilai, B. Eleasar b. Schammua, B. Eleasar b. Jakob, B. Elieser dem Sohne Jose’s des Galiläers, B. Josua b. Korcha, B. Simon b. Gamliel II., B. Simon b. Eleasar, B. Nathan, B. Jehuda I. dem Patriarahen, das fünfte Kapitel handelt über B. Jehuda und B. Nechemja, das zwölfte über B. Josia und B. Jonathan, dem ein Kapitel mit der Ueberschrift: ״aus der Schule Ismaels“ vorangeht. K. 13 behandelt 19 Tannaiten aus der nachhadrianischen Epoche: K. 14 die Söhne der Schüler B. Akiba’s; K. 18 die Zeitgenossen B. Jehuda’s I. und das letzte K. 24 Tannaiten aus verschiedener und zum Theil unbekannter Zeit. Leben und Lehre der Tannaiten haben schon mehrfach zum Vorwurf eingehender Darstellungen gedient, trotzdem ist es Prof. Bacher gelungen über mehrere neues Licht zu verbreiten, besonders über B. Meir und B. Simon b. Jochai. Manches Dunkel wird aufgehellt oder wenigstens dem Verständniss näher gebracht. Eine Fülle von selbständigen Bemerkungen ziert das Buch. Eine ganze Beihe von Stellen ist erst hier befriedigend erklärt und wie immer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.