Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 259)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Recensionen. Die Agada der Tannaiten. Zweiter Band: Von Akiba’s Tod bis zum Abschluss der Mischna. (133 bis 220 nach der gew. Zeitrechnung). Von Prof. Dr. "Wilhelm Bacher. Strassburg i. E. 1890. VIII und 578 S. 8 °. Ueber das Ziel, das der Verfasser bei der Darstellung der Agada der einzelnen Agadisten — soweit sie in den Quellen als Urheber genannt sind -־־ sowohl der Tannaiten als der Amoräer, vor Augen hatte, spricht er sich selbst ויד seiner Einleitung zu der vor 12 Jahren erschienenen Agada der babylonischen Amoräer und nachher in der Vorbemerkung zum ersten Bande der Agada der Tannaiten mit der grössten Klarheit aus. Der Verf. hat sich die wichtige und dankbare Aufgabe gestellt: ״aus einer Litteratur, welche von Anfang an und ihrer inneren Natur nach aus Fragmenten zusammengesetzt ist, diejenigen Theile herauszuheben, welche ausser dem sachlichen Interesse, auch das persönliche an ihrem Urheber bieten und welche in unvollständigem zwar, aber bei der Beschaffenheit der Quellen auch so willkommenem Masse einen Einblick gewähren in das geistige Schaffen der Männer, an deren Namen ein grosser und wichtiger Zeitraum der jüdischen Geschichte geknüpft ist.“ Als einen Theil dieser Aufgabe betrachtet der Verf.: ״die agadische Thätigkeit der Tannaiten und Amoräer aus den unter ihrem Namen erhaltenen Aussprüchen zu ergründen und im Zusammenhänge zu erkennen“. (Die Agada der Amoräer S. XII). Der Verf. giebt nur eine Darstellung desjenigen Theiles der Agada, dessen Autoren uns überliefert sind; er w'll also vorzüglich eine litteraturgesehichtliche Aufgabe lösen. Die Schwierigkeiten und das Mühselige einer solchen Aufgabe liegen auf der Hand und brauchen wohl nicht erst auseinendergesetzt zu werden. Die über eine grosse Litteratur zerstreuten einzelnen Aussprüche mussten erst gesammelt werden, was bei dem verwahrlosten Zustande der meisten Texte dem Bearbeiter fast unüberwindliche Hindernisse in den Weg legt und die zu überwinden nur dem selbstaufopfernden Fleisse und der innigen Vertrautheit des Verf. mit dem zu bearbeitenden Stoffe gelungen ist. Auch hat sich der Verf. die Mühe nicht verdriessen lassen, sein Augenmerk den Varianten desselben Ausspruches in den verschiedenen Quellen zuzuwenden, wenngleich kein nennenswertes Resultat diese Mühe gelohnt hat.