Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 242)
- Language
- German
- Belongs to
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235 wird — war Ausgangspunkt einer uralten Cultur. Es ist dies das urkundlich überlieferte Uru, wo gewaltige Bauten, dreistöckige Thürine, Tempel, in ihren Ruinen erhalten sind. Es würde zu weit führen, den ganzen geschichtlichen Hergang zu erzählen, wie die Kasdim-Chaldäer zum historisch berühmten Volk geworden sind. Nur in ganz kurzen Zügen soll es angedeutet werden, damit man daraus ersehen kann, dass wirklich erst in späterer Zeit das ursprünglich schlechthin Ur genannte zum Ur der Chaldäer werden konnte. In grauester Vorzeit (es lässt sich nicht genau bestimmen, wann) herrschten dort Könige, von denen wir Nachrichtenbesitzen; sie waren Schutzbefohlene der Babylonier. Von der Stadt selbst wissen wir, dass sie am Purätu פרת gelegen war in der Landschaft »Kaldu“, das sich im letzten Viertel »Naharaims«, des Zweistromlandes Mesopotamien’s befand. Die Macht der Kaldu entwickelte sich nach und nach so sehr, dass die babyl.-assyr. Könige in beständiger Fehde mit den Eindringlingen lagen. Babylonier und Chaldäer wurden im Verlaufe der Zeiten mit einander vertauscht, die Bezeichnungen verschmolzen, als beide den Persern gegenüber in dieselbe abhängige Stellung gerieten; es konnte nur derjenige Name sich erhalten, der die ganze civilisirte Welt erfüllte. Und so kam es, dass man später von Chaldäern da sprach, wo von ״Babyloniern“ die Rede sein sollte. (Fortsetzung folgt).