Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 227)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Textes beigetragen. Auch die Handschriften differiren sehr an Ausdehnung. Es geschah mit diesem Werke *), wie häufig mit Encyldopädieen; es wurde vieles gestrichen und vieles zugesetzt, so dass die Herstellung einer kritischen Ausgabe sehr schwierig ist. Doch wäre gerade eine solche sehr nötig* 2), ״weil gerade solche unselbstständige Compilationen geeignete Kulturmesser ihrer und der nächstfolgenden Zeit sind.“ Gross hat sich 3) der Mühe unterzogen, die griechischen, arabischen und lateinischen Autoren zu citiren und deren Schriften zu besprechen. Es gelang ihm meistenteils, die Quelle für die Citate Gerson’s anzugeben und die von ihm citirten Schriften zur näheren Kenntnis zu bringen. 3) Unter den Büchern, welche Gerson von Aristoteles kennt, befindet sich nun auch ein 4ס׳ הנפש). Im dritten Teile seiner Encyklopädie, welcher die Theologie behandelt, hat er uns grosse Fragmente aus einem Buche über die Seele auf bewahrt, welches angeblich Aristoteles in 10 Fragen verfasst hat. Gross bemerkt, Gerson habe wahrscheinlich irgend eine freie Bearbeitung der aristotelischen Schrift benutzt; denn was daraus angeführt würde, finde sich daselbst nur zum Teile inhaltlich wieder, zum Teile fehle es. Der Ansicht, das Aristoteles wirklich der Vorfässer ist, wird wohl kaum beizupflichten sein. Die Ueber- Setzung des aristotelischen Buches de anima ins Hebräische — denn nur solche Quellen hat Gerson benutzt — ist, wie wir wissen, von Serachja Hasephardi 5) angefertigt worden, welcher höchstwahrscheinlich Gerson ben Salomo unbekannt war6). Ferner hat Aristoteles niemals in 10 ף Cf. Cassel, Ersch und Gruber I. 62. S. 13 ff. 2) Cf. Steinschneider: die hebr. Uebersetzungen des Mittelalters (unter der Presse befindlich) S. 11. 3) A. a. 0. 4) Ed. Venedig, p. 56 col. 4, 5) Cf. Steinschneider a. a. 0. S. 146. 6) Serachja übersetzte 1284 in Rom. Hat Gerson damals noch gelebt, so ist es doch zweifelhaft, ob der Verkehr mit Rom ein so