Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 205)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Hagistratar in Jerusalem. Von Dr. Sidon. I. In Jerusalem hat eine Magistratur bestanden, deren Träger unter der dreifachen Benennung: דייני ,דייגי גדרות גדלות und גוזרי גדרות vorgefiihrt werden1). Die Verschiedenheit der zwei ersten Benennungen — die letzte bietet keine Veranlassung dazu — ist schon im Talmud in Erwägung gezogen worden, die auf eine Combination beider geführt hat.2) Auf diese talmudische Construction werden wir im Laufe unserer Ausführungen noch zurückkommen und wenden uns zunächst zu den Ansichten, die in der neuesten Zeit über die amtliche Stellung und den Wirkungskreis der Dajane Geseroth hervorgetreten sind. Hier bemerken wir sofort, dass die Eigenthümlichkeit der Benennung, die ein so auffälliges und isolirt dastehendes Gepräge aufweist, für die Auffassung von entscheidendem Gewicht gewesen. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, dass ein Forscher von der Bedeutung FrankeFs zu dem Gedanken geleitet wurde, dass es sich hier um eine polizeiliche Institution handelt, und dass die D. G. für »Presidenten des Polizeigerichtshofes״ zu halten sind.3) ג) Ketnboth XIII, 1. In der Mischna des b. T. גזירות, in der des j. T. גדלות; die dritte Bezeichnung in der Baraita (Ketb. 105a; B. Kama, 58b). 2) Ketb. ibid.: שהיו גוזרין גדרות על גדלות 3) Der gerichtliche Beweis nach mos. talm. Recht S. 96. Hodegetica in Mischnam (hebr. Titel: דרכי המשנה) S. 61 ff.