Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 175)
- Language
- German
- Belongs to
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172 beruft er sich, mit Anspielung auf seinen Namen, auf Exod. 23,7 (ונקי וצדיק), und man antwortet ihm mit Ps. 10,8 (יהרו. נקי). Wenn also — um das Ergebniss unserer Erörterung kurz zusammenzufassen — durch die richtige Combination des Herrn Dr. Berliner ein Bäthsel der Massora-Litteratur auch thatsächlich gelöst ist, so heisst das Wort des Räthsels jedoch nicht, wie er annimmt, מנקיי Menaceus oder Mannacius, sondern נקאי נקיי, wohl Nakkai zu lesen, und die massoretische Notiz, auf die hiermit neues Licht gefallen ist, fügt sich zu zwei anderen Sagen, welche den bibelkundigen Schulmeister dieses Namens zum Gegenstände haben. Budapest, Ende März 1890. W. Bacher. Nachschrift. Der vorstehende Aufsatz befand sich längst in den Händen der Kedaktion, als ich bemerkte, dass bereits im Juni 1834 Bapoport in einem Briefe an Luzzatto (S. L. Rapoport’s hebräische Briefe, ed. Gräber, 1885, p. 66) den in der Sage von Simon b. Jochai vorkommenden Schulmeister mit dem in der massoretischen Notiz genannten מנקיי identiücirte. Er hält die letztere Schreibart für richtiger, als die ohne מ. -- Seither erschien auch in No. 4 der Göttinger Gelehrten Anzeigen (vom 19. März 1890) eine sich mit Berliners Hypothese beschäftigende Abhandlung von P. de Lagarde (״Das älteste Glied der massoretischen Traditionskette“), auf welche aber hier näher einzugehen, ich keine Veranlassung habe. Im Juni. W. B. Mose und Bonaiuto Alatino. Dass David de Pomis1) von Mose Alatino und seinem Sohne nicht zu viel gesagt hat, das ersehen wir jetzt aus dem Breve 2) Clemens’ VIII., das er iimJahre seiner Thronbesteigung, am 6. Juli 1592, Mose und seinem Sohne Bonaiuto zur Fortsetzung ihrer ärztlichen Praxis, die sie seit Jahren bereits ruhmreich in Ferrara ausübten, verlieh. Ausdrücklich wird darin von diesem Wohlthäter der italienischen Juden hervorgehoben, wie beide Männer zum allgemeinen Nutzen der Christenheit um die Uebersetzung des Themistius und des Kanons Avicenna’s sich verdient gemacht hätten. Den Commentar des Themistius zu Aristoteles’ vier Büchern vom Himmel und der Welt hatte Mose 1574 nach der hebräischen ג) Steinschneider, Cat. Bodl. 1766 und Magazin 16, 255 ff. 2) Bruzzone in Revue des etudes juives XIX, 134 f.