Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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171 נקיי war Synagogendiener in Magdala (“der Färber“), ordnete seine Lampen am Freitag, ging nach Jerusalem und kam noch rechtzeitig zurück, um die Lampen vor Sabbat anzuzünden; nach anderer Version war er Schulmeister daselbst, ging am Freitag nach Jerusalem, las dort den Bibelabschnitt und kam noch zum Sabbat nach Hause zurück. Obwohl die eine Sage zur Zeit Simon b. Jochai’s, die andere zur Zeit des Tempelbestandes spielt, kann doch kein Zweifel darüber sein, dass , der Held beider Sagen eine und dieselbe Person ist. In beiden Sagen heisst er נקאי) נקיי), in beiden ist er Schulmeister (ספרא), in beiden ist sein Wohnort מגדלא דצבעייא oder kürzer 4מגדלא), das bekannte Magdala in der Nähe von Tiberias. Eine dritte Sage über denselben Helden wäre nun in der massoretischen Notiz enthalten, wonach ihn Bufus aus dem heiligen Lande verbannte, ״damit in diesem die Thora nicht vorhanden sei“ (דאגלייה רופס כי היכי דלא תהוא אורייתא בארעא דישראל), und wonach er nach Babylonien auswanderte und daselbst Lehrer des Hamnuna und Adda wurde. Wir haben es da zweifellos mit einer historischen Persönlichkeit zu thun, die vor der Mitte des zweiten Jahrhunderts bei Tiberias lebte und einen grossen Buf als Bibelkundiger genoss. Der ״Schulmeister Nakkai“4 5) kam nun nach der einen Sage auf wunderbare Weise um, als er dem die Stadt Tiberias für rein erklärenden Simon b. Jochai opponirte, nach der anderen Sage wanderte er nach Babylonien aus und wurde daselbst der Propagator massoretiseher Kenntnisse. Eine anachronistische Sage endlich lässt ihn an jedem Freitag zum Tempel nach Jerusalem ziehen, dort seinen Bibelabschnitt lesen und wieder rechtzeitig zurückkommen.6) Der Name נקאי kommt noch einmal im Talmud vor, und zwar als Zweiter unter den fünf Schülern Jesu, Sanhedrin 48 a (in den späteren Ausgaben fehlt die Stelle, s. Dikduke Sofrim IX, 68 a). Er soll wohl den Namen Lukas vertreten. Zum Tode geführt, 4) In der Sage von Simon b. Jochai steht der volle Ortsnamen nur in Genesis r., in der anderen Sage nur im jerus. Talmud. 5) So ist wohl der Name nach der oben angeführten Analogie von ״Schammai“ zu lesen; vg־l. die Namen ינאי ,תדאי ,עזאי. Vielleicht ist es eine hebraisirte oder armaisirte Form des griechischen Namen Nikias (vgl. נקיס Gittin 11a oben). Levy (Wb. III, 488 a) punktirt ינ_קוי an einer andern Stelle (IV, 630 a s. v. נקאו (תודה• 6) Vielleicht gehört hierher auch die in Tanchuma ed. Buber תצוה Ende erzählte Sage von deui schriftkundigen סופר, der jährlich nach Jerusalem zog und den die Jerusalemier bewegen wollten, bei ihnen zu bleiben.