Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 170)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2572068-2572098-2572099--3733-2575675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
167 noch ältere Quelle sich wird nachweisen lassen, die Nachrieht über Levita’s Taufe dem Malleus obstinationis judaicae des Marburger Professors der Theologie und hebräischen Sprache Johann Moltherus (1561 —1618) entnommen haben. Während aber Moltherus wenigstens noch so gewissenhaft ist, seiner Angabe die Bemerkung hinzuzufügen: sed quod factum Judaei pernegant, stellt sein bischöflicher Nach- Schreiber das Geschichtchen wie eine unbestrittene Thatsache hin. Moltherus war es denn auch, der den Fluss Eysch, an dem Neustadt bei Nürnberg, Elia’s Geburtsort, liegt, in eine Stadt verwandelt, was Majolus wieder wörtlich nachschreibt. *Dieses Missverständnis hat schon J. Ohr. Wagenseil berichtigt, wie bei J. Ch. Wolf in seiner bibliotheca hebraica I, s. v. und J. J. Schudt, Jüd. Merkwürdigkeiten IV, 2 p. 288 zu lesen ist. Dem Moltherus wird wohl auch J. PI. Alsted (1588—1638) in seiner Chronologie nachgeschrieben haben, aus dem J. Ch. Wolf die übrigens von ihm bezweifelte Ueborlieferung von Levita’s IJebertritt allein hat kennen lernen. Die Selbstauflösung dieser Lüge, die den am 28. Januar 1549 verstorbenen Elia durch den erst 1566 auf den Thron gelangten Papst Pius V. bekehrt werden lässt, hat bereits Schudt a. a. 0. 289 bemerkt; über die Entstehung dieses Gerüchtes hat aber weder er, noch meines Wissens sonst Jemand sich in eine Untersuchung eingelassen. Mir scheint aber die Quelle dieser Darstellung in einer offenbaren Verwechslung zu liegen. Allerdings soll sich ein Jude Namens Elia durch Pius V. zur Taufe haben bewegen lassen, aber nicht Elia Levita, sondern der Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Rom, Elia Corcos.1) So berichtet der Geschichtsschreiber der Salzburger Diöcese, Joseph Mezger (1635—1683), der Freund Mabillons, historia Salisburgensis lib. V c. 5 p. 620 unter den Juden- *) Schudt II* 121; vgl. Graetz IX, 502 n. 2 und jetzt auch Berliner in Jubelschrift-Hildesheimer p. 162f.