Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 160)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2572068-2572098-2572099--3723-2575665- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
157 fugnis von der höheren Instanz, dem Exilsfürsten, erlangt, frei von jeder Verantwortlichkeit und jedem Schadenersatz bei einem etwaigen Irrthum in der Rechtssprechung, selbst wenn es auf palästinensischem Gebiete, also im Machtbereiche des Nassi gowissermassen, geschah, während, wenn der Nassi die Erlaubnis ertheilt, der Einzelrichter für jeden Irrthum bei der Rechtssprechung in Babylonien verantwörtlich zu machen wäre (Synh. 5 a). Daher hätte auch ferner ein Nassi aus der Zeit nach der Tempeizcrstörung als Sühnopfer für eine nicht wissentlich begangene, hinterher als solche erkannte Schuld nicht einen Bock darbringen dürfen, wie nach biblisch-mischnaitischer Vorschrift allein ein wirklicher Volksfürst, der in seiner völligen Unabhängigkeit nur die göttliche und keine weltliche Macht über sich anzuerkennen braucht, thun sollte (Hör. 11b).1) Diese ßaraitha wurde auch in späterer Zeit in der Tliat als halach.-exeg. Midrasch angesehen und demgemäss von Maimonides z. B. codificirt in Hilch. Synh. c. IV § Io:2) der sowol dem Targ. Onk, als auch unserer JSaraitha zu Grunde zu liegen scheint, glauben wir in dem handschriftlichen Midrasch hagadol [vergl. über denselben J. Lewy, Ein Wort über die ״Mechilta des R Simon“ (Breslau 1889) p. 2f.], der so manche Bruchstücke alter Midraschim neben recht jungen Bestandteilen enthält, wiedergefunden zu haben; daselbst heisst es (Ms. der König!. Bibi, zu Berlin, Or. fol. 1204) I., f. 182 b f.: ד״א: ״לא יסור שבט מיהוד" זה שלטון שג׳ ותומך שבט מאשקלון: "ומחקק מבין רגליו" זה נביא וסופר שב׳ חלקת מחקק ספון• Cf• auch das Trg. zu Arnos 1.8 (ו עביר שולטן) und zu V, 38,21 (.(ספרא רבא דישראל י) Die schwankende Auffassung von מחקק bei Rasehi erklärt sich aus der verschiedenen Anwendung der Baraitha; in Synh. (שררה מועט׳) kommt der Grad der Machtvollkommenheit in Betracht, in Horaj. (חכם) wird der Mangel an weltlicher Selbstherrlichkeit betont. 2) Cf. auch Semag bei Kess, misehn. z. St. - Ueber den Gegensatz von ראש גולה als Vertreter der weltlichen Macht, da er von der h. Sehr, als שבט bezeichnet wurde, u. נשיא, der durch Wissen ausgezeichnet sein muss (חכם=מחקק) s. auch Mahn. Mischnacomm. z. Bechor. c. 4 M. 4, f. 28b.