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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 149

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 149 (sequence 152)
Language
German
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149 erfüllt hatte, unbenommen, das Bekenntniss leise für sich zu sprechen. Es liegt ja auf der Hand, dass es misslich war, in öffentlicher Versammlung die חברים anders als das übrige Volk zu behandeln (ygl. Bikkurim 3,7). Mag man aber auch mit dem Babli annehmen, Jochanan habe auch für die חברים das Gebet abgeschafft, weil sie den Zehnten nicht nach Vorschrift an die Leviten, sondern an die Priester entrichteten, so sieht doch jeder Vernünftige darin ein Tadelsvotum von Seiten Jochanan’s gegen jenes vorschriftswidrige Verfahren, wie ja in der That der Jcruschalmi ihm dies zum Lobe (לשבח) anrechnet. Welche Verkehrtheit ist es nun, aus diesem Berichte herauslesen zu wollen, dass Jochanan es war, der, um die Leviten zu bestrafen, ihnen den Zehnten entriss?! Schon das ist ein salto mortale des Verfassers, unter diesem Hohenpriester Jochanan nicht, wie gewöhnlich in Mischna und Baraita, Johann Hyrkan, sondern den alten Jochanan b. Jojada zu verstehen. Es wird zugegeben, dass die andern dort in der Mischna erwähnten Anordnungen Johann Hyrkan angehören; allein die erste Verordnung, die Ab- Schaffung des ודוי, muss einen andern Urheber haben, weil »die Verfügung in Betreff des Demai (Absonderung der Hebe von der vom עם הארץ gekauften Frucht) und die Ab- Schaffung des Bekemitnissgebetes einander ganz und gar, widersprechen.״ Erstere Verfügung strebte die allerstrengste Beobachtung der Religionsgesetze an, während letztere ein biblisches Gebot beseitigt. — Wir haben oben aus dem Jeruschalmi gesehen, dass beiden Verordnungen dieselben Thatsac-hen zu Grunde liegen, und auch nach dem Babli ist die zweite Verordnung wenigstens theilweise durch dieselben Zustände veranlasst, welche die erste Verfügung nöthig machten. Allein gerade nach V., der in der ersten Verordnung die Einziehung des Zehnten zu Gunsten der Priester erblickt, zeigen ja die beiden Neuerungen erst recht ein und dieselbe Tendenz, nämlich die Vermehrung der Einkünfte der Priester. Denn nur die Priester erhielten

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