Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Tos״ Jebamot 86b v. מר סבר). In der That ist auch im Jerusohalmi eine viel einfachere Erklärung für die An- Ordnung Jochanan’s gegeben. ״Weil Jochanan umhersandte in alle Städte J, raels und fand, dass Einige den Zehnten ablieferten, Andere aber ihn nicht entrichteten, traf er /war die Anordnung, dass man bei den von einem עם הארץ gekauften Früchten die Heben absondere, bei den Levitenzehnten aber musste er den Rechtsgrundsatz המוציא מחברו עליו הראיה respectiren und konnte deren Entrichtung nicht erzwingen; daher schaffte er wenigstens das Gebet ab, damit man nicht vor Gott eine Lüge ausspreche.״ Diese Erklärung klingt doch schon plausibler! Kennt denn aber der BabJi diese Erklärung nicht? Er kennt dieselbe wohl, ja er citirt sie im Namen einer Baraita; jedoch will der Babl'i auch einen Grund angeben, warum Jochanan die חברים, die doch den Zehnten absonderten, das nn-Gebet nicht verrichten liess. Nun stellt auch der Jerusch, die Frage auf, warum nicht wenigstens diejenigen, welche den Zehnten absonderten, das Gebet verrichteten. Die Antwort lautet etwas dunkel: Es ist, wie in einer Baraita gelehrt wird: Bis השקיפה (V. 15) sagte man mit leiser Stimme (בקול נמוך), von da ab mit lauter Stimme (1(בקול גבוה). Jochanan scheint also nach dieser Baraita die alte Sitte nur insofern abgeschafft zu haben, dass man das Gebet nicht in feierlicher Versammlung, wie das Dankgebet bei der Darbringung der Erstlinge (M. Bikkurim 3,6), laut vortrug; es blieb aber Demjenigen, der pünktlich seine Pflicht ג) Die Angabe, dass man das nnvGebet mit leiser Stimme sage, findet sich auch in der im ״Magazin“ 1889 S 193 ff. besprochenen alten Mechilta zu Deut. 26,5 und 13. Dort sagt R. Simon b. Jochai: שבחו אדם אומרו בקול נמוך גניו אדם אומרו בקול גבוה (der Mensch mag sein Lob leise, seine Schande aber laut hersagen). R. Simon will erklären, warum in V. 5 וענית ואמרת (du sollst laut aussprechen), im V. 13 aber einfach ואמרת steht. Er meint, an ersterer Stelle erzählen wir von unserer Sklaverei und Gedrücktheit (גנות), an letzterer aber von unserer gewissenhaften Pflichterfüllung (שבח).