Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2572068-2572098-2572099--3704-2575646- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
138 wurden nach heftiger blutiger Gegenwehr besiegt. . . . Der Nimbus, der um das Haupt der Priester schwebte, zeigte sich im entscheidenden Augenblicke als ein so mächtiger Faktor, dass alle von den Leviten angeknüpften Verbindungen mit angesehenen und hervorragenden Männern vergeblich blieben und das Priestertum einen glänzenden Sieg erfocht.“ Aus welcher Quelle hat Vogelstein diese Schauergeschichte geschöpft? Man höre und staune! Aus der Erzählung von Korach in Numeri 16 und 17!! Der Yerf. sagt (S. 49): ״Wir sind über diesen Zeitabschnitt so wenig unterrichtet, und die Quellen, aus denen wir schöpfen können, fliessen so spärlich, dass sich über die Einzelheiten dieses Kampfes (der Leviten gegen die Priester) nicht einmal Vermutungen aufstellen lassen. Doch dass er sehr erbittert gewesen ist, erhellt aus der Num. 15 und 16 (soll heissen 16 u. 17) mitgetheilten Empörung Korachs.“ Wir könnten über die Lästerung, die darin liegt, dass eine Erzählung der heiligen Thora zu einer in späterer Zeit eingeschmuggelten tendenziösen Erdichtung herabgewürdigt wird, höchst entrüstet sein, wenn die ganze Hypothese nicht ein gar zu lächerlicher Blödsinn wäre, so dass sie uns nur als eine krankhafte Hallucination erscheint. Denn es mag wohl Sinn haben, bei sicherer historischer Grundlage eine Erzählung, die man für erdichtet zu halten berechtigt ist, und die unverkennbar bekannte geschichtliche Momente widerspiegelt, als eine in Beziehung zu jenen historischen Thatsachen stehende Erdichtung zu erklären. So wenig Wahrscheinlichkeit eine solche Hypothese stets für sich hat, darf sie doch mitunter zur Erklärung räthselhafter Erscheinimgen auf dem Gebiete der alten Literatur in An- Wendung gebracht werden. Unerhört aber ist es, ohne jeden geschichtlichen Boden aus der erdichtet sein sollenden Erzählung sich erst die ganze Geschichte zu construieren und dann die Hypothese aufzustellen, jene Erdichtung sei ein Reflex dieser Geschichte. Das ist barer Unsinn! Wenn die kritis che Analyse, durch welche die neueren Bibelforscher