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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 137

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 137 (sequence 140)
Language
German
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137 unerhörte Strafsteuern sieben Jahre hindurch (Jos. ant. XI, 7,1). Selbstverständlich litt das Ansehen des Hohepriesters . . . ungemein unter der Ungunst der Zeitverhältnisse, und den Leviten, die in allen auf die Schwächung der priesterlichen Macht abzielenden Be- Strebungen an Bagoses eine Stütze fanden, wurde es leicht ihren Einfluss zu vergrössern. Die Ahroniden . . . konnten dem Andringen des Levitenstandes keinen energischen Widerstand entgegensetzen, mussten es vielmehr ruhig mit ansehen, wie dieser auf ihre Kosten seine Rechte immer mehr ausdehnte und sich geradezu eine Macht- Stellung eroberte.“ ״Da aber wagten die Leviten ... einen Schritt, der sie im Falle des Gelingens zu unumschränkten Herren der Situation gemacht und ihnen ... die religiöse Oberherrschaft verschafft haben würde, der aber, weil er misslang, sie um alle ihre Errungenschaften brachte und ihren Einfluss für immer zerstörte. Sie versuchten die Schranke zu durchbrechen, welche zwischen ihnen und den Ahroniden aufgerichtet . . . worden war. Sie verlangten Zutritt zu den eigentlichen Opferhandlungen, namentlich zur Darbringung des Räucherwerks, oder mit anderen Worten, völlige Aufhebung des Unterschiedes zwischen Priestern und Leviten. Die allgemeine Missstimmung, sowie die für die Priesterherrschaft ungünstige politische Lage benutzten die Leviten, um den Hauptschlag gegen die Ahroniden zu führen. ... Es gelang ihnen auch, einen Teil des Volkes und der Schriftgelehrten auf ihre Seite zu bringen und sich einen achtunggebietenden Anhang zu verschaffen. Aber es war doch ein grosses Wagestück, die geheiligte Stellung der Ahroniden anzugreifen. . . Das sahen die Leviten auch sehr wohl ein und beschränkten sich daher vorläufig auf die Forderung, bei der Darbringung des Räucherwerks . . eine Verwendung zu erhalten. . . . Ein heftiger Kampf entbrannte, die Leviten, ihrer Macht sich bewusst, wollten um jeden Preis mindestens die Rauchpfanne bis zum Altäre tragen und fanden sich eines Tages in grosser Zahl und in drohender Haltung im Tempel ein, um sich dieses Recht zu ertrotzen. Viele angesehene Israeliten schlossen sich ihnen an; der Bevormundung durch die Priester müde, gedachten sie mit Hülfe der Leviten selbst einen grösseren Anteil an der Staats- und Tempelverwaltung zu erhalten. . . Aber im entscheidenden Augenblicke gelang es den hartbedrängten Priestern den gewaltigen Sturm zu beschwichtigen. Die Schriftgelehrten, die sich in ihrer grossen Mehrheit dem Versuche der Leviten, eine gegen den Wortlaut der Schrift und gegen eine mehrhundertjährige geheiligte Tradition verstossende Neuerung einzuführen, widersetzten, ‘ stellten sich offen auf die Seite der Ahroniden, und die Leviten

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