Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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133 8. Kapitel. Chija’s Tod. — Schluss. Chija’s Leben war, wie wir im Verlaufe unserer Abhandlung gesehen, ganz seiner Religion und seinem Volke gewidmet. Wie lange es ihm gewährt war, diesem segensreichen Berufe obzuliegen, können wir bei der Armuth der Quellen an chronologischen Daten leider nicht genauer fixiren, wie wir auch zur näheren Bestimmung seines Geburtsjahres und der Zeit seiner Uebersiedlung nach Palästina, welche den wichtigsten Wendepunkt in seinem Leben bildet, keinen Anhaltspunkt haben. Als sicher können wir jedoch annehmen, dass er den Patriarchen R. Juda1), wenn auch vielleicht nur um kurze Zeit, überlebte. Ohija selbst erzählt, Rabbi Juda während seiner Krankheit besucht, seinen Sarg gesehen und Thränen darauf vergossen zu haben. Auch gebot Chija bei dem Leichenbegängnisse des Patriarchen den Ahroniden, sich ungeachtet des mosaischen Verbotes mit der Leiche zu beschäftigen, da bei einem solchen Manne die priesterliche Heiligkeit aufgehoben sei2). Dennoch bezweifelt der babylonische Talmud, dem doch alle diese Nachrichten vorlagen, dass Chija den Patriarchen überlebt habe, und sucht alle diese Nachrichten in das Gegentheil umzukehren, weil er nicht begreifen kann, warum ein Mann von Chija’s Bedeutung nicht vom Patriarchen zum Vorsitzenden ernannt worden sei. Das dürfte indess nicht ausreichen, die entgegenstehenden Nachrichten zu entkräften, und auch der Talmud räumt schliesslich die Möglichkeit ein, dass der Patriarch ihn nicht in seinen frommen Werken stören ג) Ueber dessen Lebensende vgl. oben S. 32. 2) Ketubot 103 b.