Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 131)
- Language
- German
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128 Sprecher1), lernte ,von ihm die alten Ueberlieferungen Babyloniens (Hilchete Bablai)2) und als er von Palästina nach seiner Heimath zurückkehrte, erwirkte Chija beim Patriarchen eine etwas beschränkte Ordination für ihn3). Rab’s weiterer Lebenslauf zeigt uns, welche Früchte sein Umgang mit Ohija. getragen. Durch den Glanz der Schule, welche er im Jahre 219 4) in Sura gründete, wurde Palästina verdunkelt, das von da ab in den Hintergrund tritt. Die Zahl der Schüler Rab’s soll 1200 betragen haben, sein Name Rab ist dem Ehrennamen Rabbi in Palästina entsprechend, und er galt, wie in Babylonien, so auch in Palästina5) für die grösste Autorität seiner Zeit. Ein fernerer Schüler Ohija’s, Oschijah, war besonders als Mischnasammler thätig und wurde wegen seiner rühmliehen Leistungen hierin ״Vater der Mischna“ genannt6). Irr dieser Thätigkeit erscheint Oschiah jedoch nur als Nachfolger seines Lehrers Chija, welcher in seinem nimmer rastenden Eifer auch nach dieser Seite hin thätig war. 7. Kapitel. Chija's Mischnasammlung. Dem unermüdlichen Eifer Chija’s genügte es nicht, durch Belehrung seiner Jünger die Kenntniss zu verbreiten; um auch der späteren Nachwelt jede einzelne Bestimmung zu erhalten, um des Vergessen der traditionellen Lehren 1) Joma 20 b. 2) Genes. Babba cap. 83 u. Parallst. 3) Synbedrin 5 a. 4) Scherira 1. c. S. 34. ף Chulin 54 a; 137 b. 6) Jer. Baba Kama IY, 6.