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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 127

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 127 (sequence 130)
Language
German
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127 dankbare Volk hat ihrem vereinten Wirken in folgendem Spruche ein schönes Denkmal gesetzt: Wie einst Esra und Hillel von Babylonien heraufzogen und die Restauratoren des Judenthums wurden, so haben auch die Babylonier Ohija und seine Söhne das vergessene Gesetz wieder neu begründet1 2). Endlich sei hier noch Abba Aricha (Rab) erwähnt. Der vertraute Umgang, welchen Rab mit Cbija pflegte, lässt uns einen Blick in das herzliche, liebe־ volle Verhältniss zwischen Ohija und seinen Schülern thun. Mehr als auf sein eigenes Wohl war Ohija darauf bedacht, Rab zu einem achtbaren Mitgliede des Gelehrtenkreises zu erziehen. Mit der grössten Bereitwilligkeit gab er ihm auf alle seine Fragen Bescheid, löste ihm alle seine Zweifel3) und suchte ihm durch weise, väterliche Rathschläge3) die Gunst des Patriarchen zu erhalten*). Rab war bei Ohija's öffentlichen Vorträgen sein J) Sukkah 20 b. 2) Berachot 18b, 43a, 46b; Sabbath 29a; Nasir 59a. 3) Sabbath 3 b. *) Die Formel Bar Pachthi בר פחתי, womit Chija den Bab gewöhnlich anspricht, hat den Erklärern schon viel zu schaffen gemacht. Es kommt ausser den oben unter 2) und 3) citirten 6 Stellen nicht vor, findet sich also nur im Munde des Babbi Chija. B. Natan ben Jechiel (Aruch sub voce פחת) erklärt es mit ״Fürstensohn“, indem er פחתי von dem hebr. פחה plur. פחות ableitet. Mit Becht weist aber Krochmal (Chaluz S. 85) diese Erklärung zurück, da sie im Munde des Oheims dem Neffen gegenüber zu unnatürlieh erscheint. Jedoch die von ihm und auch von Lebrecht (Kritische Lese S. 1) vorgeschlagene Emendation des בר פחתי in בר אחתי ״ =mein Schwestersohn“ muss trotz ihrer Einfachheit als unkritisch erscheinen, da nicht zu denken ist, wie ein und derselbe Fehler sich an sechs Stellen, die mit alleiniger Ausnahme von Berachot 46 b ganz unabhängig von einander sind, einschleichen sollte. Darum erscheint die Erklärung von S. D. Luzzatto (im Hamaggid) am geeignetsten, welcher es vom chald. פחת, gering, als scherzhafte Bezeichnung ״Schelm“ nimmt. In diesem Sinne wird diese Wurzel zuweilen in der talmudischen Literatur gebraucht. (Vergleiche das ähnliche ברת פחין Midi*. Kohelet ad II, 20. Ver״ gleiche auch בר פחין Berach. jer. cap. IX.)

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