Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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126 welche entweder geradezu als seine Schüler bezeichnet werden, oder in seinem Namen Gesetzesbestimmungen überlieferten, seien hier nur die Bedeutendsten erwähnt1). Vor allem ragen seine Söhne Juda und Hiskija hervor. Diese lebten und wirkten ganz im Geiste ihres Vaters, dessen frommen Sinn und Lernbegierde sie ererbt hatten2). Sie werden im Talmud häufig und in ehrenhafter Weise Robim d. i. Jünglinge genannt, weil sie sich frühzeitig durch ihre vorzüglichen Geistesgaben auszeichneten. Juda, der ältere der Zwillingsbrüder, war mit einer Tochter Janai’s3), eines Freundes Chija’s, verehelicht, welcher diesem sein hohes Ansehen im Voraus verkündigt haben soll4). Juda ist besonders als Agadist berühmt5), während der Jüngere, Hiskijah, für eine grosse Autorität als Gesetzlehrer galt und ein Lehrhaus (Be Chiskijah) gründete6). Um auch das vom Unterrichte entblösste Landvolk nicht ohne allen religiösen Beistand zu lassen, schickte Chija seine Söhne öfter nach den umliegenden Dörfern, und sie erstatteten ihm immer Bericht, welche Fragen ihnen zur Entscheidung vorgelegt worden waren; stimmte ihre Antwort nicht mit seinen Ansichten überein, so mussten sie dieselbe zurücknehmen7). Chija’s Söhne theilten die Achtung und das Ansehen ihres Vaters; der Patriarch zeichnete sie öffentlich aus 8), und das Amoräern die Rede, welche die Mischna des R. Chija auswendig wussten). *) Siehe Seder Hadorot s. v. Chija, wo als Chija’s Schüler ca. 30 Amoraim aufgezählt werden. 2) Chulin20a; Synhedrin 38 a. — Dass sie, wie Graetz behauptet, auch Turgemanim genannt wurden, ist unbegründet. Die Stelle Jer• Challa V. und Bereschit Rabba cap. 65 brauchen sich nicht auf Chija’s Sohne zu beziehen; erstere Stelle kann sogar nicht auf sie bezogen werden, da sie nie nach Babylonien zurückgekehrt sind. מ) ICetubot 62b. ׳') Jer. Demai VII. 1. Erubin 54 a; Synhedrin 37 b. ß) Sabbath 24b; 138 a und Parallst. 7) Beza 9b; Nidda 24a. 8) Synhedrin 38 a.