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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 123 (sequence 126)
Language
German
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123 nachdem er dessen Tragkraft gehörig geprüft habe1); die Strafen Gottes richten sich nach der Zurechnungsfähigkeit des Schuldigen2). Auch anderen Gebieten des Wissens war Chija’s rastlose Thätigkeit zugewandt. Er war ein aufmerksamer Beobachter der Natur und befragte diesen untrüglichen Wegweiser auch bei seinen ritualen Entscheidungen. Als ihm einst eine Vogelgattung vorgezeigt wurde, damit er über ihre Zulässigkeit zum Genüsse entscheide, befahl er zu beobachten, ob sich eine der unreinen Arten mit ihr geschlechtlich paare, und entschied nach dem Resultate dieser Beobachtung3). Auch in der Landwirthschaft hatte er reiche Erfahrungen gemacht, was uns folgender Vorfall zeigt. Er hatte seinem Freunde Simon ben Ghalafta ein Feld verpachtet und dieser hatte den Ertrag geringer gefunden, als ihm Chija nach der Güte des Feldes verheissen hatte. Chija fragte ihn, wo er die Tenne angelegt habe, worauf Simon sagte, auf einer Anhöhe. Dann hat der Wind zu viel Körner mit der Spreu hinweggeweht, sagte Chija; und wirklich fand Simon dies in anderen Jahren bestätigt4). Chija’s medicinische Kenntnisse mögen nach dem damaligen Stande der Wissenschaft nicht unbedeutend gewesen sein, und vielen seiner weisen Gesundheitsregeln wird auch die heutige wissenschaftliche Medizin ihren Beifall nicht versagen können. So empfiehlt er, unmittelbar vor dem Antritte einer Reise nur mässig zu speisen, nicht mehr als man zur Zeit einer Hungersnoth essen würde 5). Trockene Speisen tauche man zu jeder Tageszeit ein, weil hierdurch Unterleibskrankheiten verhütet würden 6). Ferner warnt er, von Speisen, *) Gen. Eabba cap. 25; eap. 40. ’ ) Levitic. Eabba cap. 4. ־) Gen. Eabba cap. 65. 4) Midi*. Euth ad III, 3. 5) Taanit 10 b. 6) Gittin 70 a.

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