Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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109 dass dessen Kriegszug ihm allein gelte, daher die Erstürmung und Vernichtung jedes menschlichen Wesens in und um Tipsach, wobei selbst die Frucht im Mutterschosse nicht verschont wurde. Und diese thierische Handlungsweise geschah, damit dem heranrückenden Feinde keine Hilfe beim Uebersetzen über den Euphrat, was zu verhindern Menachem entschlossen war, geleistet werden könne. — Der Psalmist scheint absichtlich sich des Ausdrucks קנה bedient zu haben, um die Lage Tipsach-Tapsakus an dem Ufer des Flusses Euphrat und näher und bestimmter noch: an dieses Flusses Röhricht anzudeuten und dadurch näher zu bezeichnen. Auch die Verlegung des grausenerregenden Ereignisses nach Tapuach würde den Zusammenhang der Psalmstelle mit dem Bericht im Buche der Könige ebenfalls nicht in Frage stellen, denselben vielmehr bestätigen und bekräftigen. Denn nach Jos. 16,8 war die Lage der Stadt Tapuach an der Nordseite des Flusses Kana, und da kein begründeter Unterschied zwischen קנה, dem Namen des Baches, und קנה Rohr, geltend zu machen ist, so dürfte die Annahme berechtigt sein, dass der Psalmist die Stadt, in welcher das Blutbad stattgefunden, um sie vermöge ihrer Lage kenntlich zu machen, durch Kana treffend bezeichnet hat. Bei Aufwerfung der Frage jedoch, welche von den beiden genannten Städten Menachem heimgesucht und erstürmt hat, wobei deren Bewohner bis auf die Frucht im Mutterschosse vertilgt worden sind, wird man sich wohl für Tipsach-Tapsakus zu entscheiden haben. Einmal weil Tipsach im Berichte sich bereits vorfindet und seit David bekannt ist, und weil eine zwingende Nothwendigkeit nicht vorliegt, daraus erst Tapuach zu präpariren. Zweitens ist kaum denkbar, dass, nachdem Menachem die Hauptstadt und den Thron sich gewaltsam angeeignet hatte, die unbedeutende Stadt Tapuach gegen den Usurpator sich auf* gelehnt und ihm Gehorsam und Einlass beharrlich ver-