Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Tapsakus zu gelangen, um durch den Euphrat eine natürliehe Grenze seines nun sehr ausgedehnten Reiches zu haben. Mit einer Heeresmacht wurde der Feldherr Menachem entsendet mit dem Aufträge, in möglichst schonender Weise in den Besitz dieser Grenzfeste zu gelangen. Da eine freiwillige Uebergabe verweigert wurde, so wurde zur Belagerung geschritten, die jedoch von geringem Einfluss auf die Einwohner der Yeste gewesen zu sein scheint, da die Bewohner ausserhalb derselben von Nah und Fern, sie von der Wasserseite mit Lebensmitteln und sonstigen Bedürfnissen versahen. Jerobeam starb inzwischen und sein Sohn Zacharia nahm den Thron seines Vaters ein. Menachem diente diesem letzten Jehuiden ebenso treu, wie er dessen Vater gedient, und blieb mit seinem Heere vor Tipsach, ohne besonders merkbare Fortschritte in seiner Aufgabe zu machen. Wie viel Zeit, ja Jahre erforderlich waren zu jener Zeit, um eine befestigte Stadt zu erobern, ist 2. Kön. 17,5 zu ersehen, wo es heisst, dass die Assyrer drei Jahre die befestigte Hauptstadt Samaria belagerten, bevor sie dieselbe, wahrscheinlich durch Aushungerung, einzunehmen vermochten. Und Thapsakus litt, wie erwähnt, am Proviant keinen Mangel. Da traf die Kunde von Zacharias’ Ermordung durch Schallum und dessen Aneignung des erledigten Thrones ein. In seiner Entrüstung brach Menachem die Belagerung sofort ab, zog mit seinem Heere hinauf ins gebirgige Vaterland (ויעל) und nach Samaria, tödtete den Thronräuber Schallum, und da kein Nachkomme Jerobeam’s mehr am Leben1) und ihm das Heer ergeben war, so eignete er sich den erledigten Thron an. Dann, und vielleicht erst nach einigen Jahren, zog er wieder hinab gegen Tipsach und erzwang die Einnähme dieser Feste mit Sturm. Menachem mochte Kunde davon erhalten haben, dass Phul von Hamath und Damaskus mit einem grossen Heere herbei gerufen worden sei und ג) Grätz Geschichte II erste Hälfte S. 99 zweite Anmerkung.