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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 98 (sequence 101)
Language
German
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98 mitunter auch aus Nothbehelf durch beliebige und unnöthige Aenderungen des Textes, die nachweislich proponirt sind, weil der wirkliche Inhalt des einen oder anderen Verses nicht erkannt worden ist. Kein Wunder, dass das Resultat, nach gründlicher Prüfung und Beurtheilung der verschiedenen Zeitbestimmungen und nach Aufwerfung der Frage wann dieses geistesgewaltige in seiner Art formvollendete Lied gedichtet worden, ein ganz unbefriedigendes, fast einer Resignation ähnlich ist, dahin lautend: ״Die Beantwortung dieser Frage wird auch demjenigen, der den Sinn der einzelnen Verse und den Gedankengang mit einiger Klarheit und Sicherheit erfasst zu haben glaubt, noch immer mehr oder weniger schwer fallen, und man wird sich bescheiden müssen, dieienige Annahme darzulegen, die am meisten Wahrscheinlichkeit hat“.1) Hiernach ist unverkennbar anheimgegeben, lediglich wiederum zu prüfen und je nach eigenem Ermessen sich für die eine oder andere der bereits von der Forschung thunlichst begründeten Abfassungszeit und zwar für diejenige Zeit zu entscheiden, welche die meiste Wahrscheinlichkeit hat. Bis zur abschliessenden Gewissheit also hat es in dieser Hinsicht die Forschung bisher noch nicht zu bringen vermocht, und wie es scheint aus dem Grunde, weil eben der Sinn der einzelnen dunklen Verse nach ihrem wirklichen Inhalte noch nicht dargelegt worden ist. Um diese Verse klarzustellen und zum Verständniss zu bringen und um zu einem sichern Resultate namentlich in Hinsicht der Fixirung der Abfassungszeit des Psalms zu gelangen, dürfte es vor allem erspriesslich sein, diese Verse aus dem engen Rahmen der hergebrachten und gleichsam stereotypen Auffassung, Beurtheilung und Erklärung zu befreien und in einem anderen als in dem bisherigen Lichte J) Der 68. Psalm mit besonderer Bücksicht auf seine alten Uebersetzer und neueren Ausleger, erklärt von Dr. Julius Grill S. 190. Tübingen, 1883 Lauppsche Buchhandlung.

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